Witten-Herdecke Hauptsponsor Droege geht im Streit

Die finanziell angeschlagene Privatuniversität Witten-Herdecke hat ihren Hauptsponsor verloren. Die Unternehmensberatung Droege International sieht keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit und dreht den Geldhahn zu. Die Uni wirft Droege im Gegenzug unkorrektes Verhalten vor.

Witten - Die Universität Witten-Herdecke lasse kein Engagement zur Verbesserung ihrer Finanzlage erkennen. Über die bereits an die Universität gezahlten 2,6 Millionen Euro hinaus werde kein weiteres Geld fließen, sagte ein Droege-Sprecher am Donnerstag.

Universitäts-Vizepräsident Maxim Nohroudi betonte, die Hochschule sei finanziell auch ohne den Sponsor stabil. Er warf dem Düsseldorfer Unternehmen massive Einflussversuche auf die freie Forschung und Lehre und unkorrektes Verhalten vor. Offenbar sei es Droege in Wahrheit darum gegangen, die Universität, die einen beträchtlichen Wert darstelle, zu übernehmen. Dies habe die Universität erkannt und rechtzeitig 50 Prozent der Hochschulanteile in einer neuen Gesellschaft gesichert.

Nach Nohroudis Worten plant die Hochschulleitung bis zum Jahresende ein neues Finanzkonzept mit mehreren kleinen und großen Sponsoren.

Das Unternehmen Droege, das mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt, hatte der Universität im Sommer 2007 über sieben Jahre hinweg insgesamt 12 Millionen Euro versprochen, daran aber Bedingungen wie Einsparungen und die Suche nach weiteren Sponsoren geknüpft. Bis heute gebe es keinerlei Informationen, dass die Universität sich darum bemüht habe, sagte der Firmensprecher.

An der 1983 gegründeten Universität mit anthroposophischer Grundausrichtung studieren derzeit rund 1100 Hochschüler. Mit dem Sponsorengeld sollte die Zahl der Lehrstühle von 60 auf 78 erweitert werden; auch, um der Kritik des Wissenschaftsrates an Forschung und Lehre entgegenzukommen.

Obwohl ein Studium die Studenten schon jetzt zwischen 18.000 und 40.000 Euro kostet, fehlen der Universität Millionen. Die Deckungslücke im Etat soll nach früheren Angaben über zwei Jahre verteilt 7,5 Millionen Euro betragen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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