Mittwoch, 27. Mai 2020

Business in Südafrika "Als Deutscher hat man einen Bonus"

Typisch deutsche Tugenden sind in Südafrika sehr gefragt. Gegenüber manager-magazin.de sagt der in Kapstadt lebende Jurist und Manager Andreas Krensel, wie man ein Business am geschicktesten aufzieht und welche Eigenschaften für den geschäftlichen Erfolg in Südafrika von Vorteil sind.

mm.de: Wie stehen die Chancen für Deutsche, die in Südafrika ein Business starten wollen?

Krensel: Die Chancen sind nach wie vor sehr gut.

Jurist Krensel: "Man braucht den Willen zum Erfolg"
mm.de: Welche Voraussetzungen sollte man erfüllen?

Krensel: Man braucht gute Sprachkenntnisse und den Willen zum Erfolg. Unangebracht ist es, mit zu viel Überheblichkeit aufzutreten. Viele Deutsche denken, dass alles funktioniert, nur weil man eine gute Idee hat. So ist das aber nicht.

mm.de: Sollte man Afrikaans können, oder reicht Englisch?

Krensel: Englisch reicht, und es muss nicht einmal perfekt sein. Südafrika ist ein Einwanderungsland, hier erwartet niemand perfekte Sprachkenntnisse. Aber man sollte in der Lage sein, sich ordentlich auszudrücken.

mm.de: Das klingt so, als sei das nicht die Regel?

Andreas Krensel startete als Bankkaufmann bei der Deutschen Bank. Im Anschluss studierte er Rechtswissenschaften, 2004 graduierte er an der Universität Kapstadt zum Master of Laws. 2005 wurde Krensel Geschäftsführer von IBN. Das Beratungsunternehmen hat Büros in Kapstadt, Johannesburg und Stellenbosch und betreut internationale Unternehmen und Privatleute bei rechtlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Fragestellungen in Südafrika.
Krensel: Ich habe Menschen erlebt, die hier Fuß fassen wollten und kein Wort Englisch gesprochen haben. Das reicht nicht. Ohne Englisch wird man nicht sozial integriert.

mm.de: Welche Branchen bieten zurzeit die besten Chancen?

Krensel: Am stärksten wachsen gegenwärtig die Branchen, die mit Infrastrukturmaßnahmen zu tun haben, also die Baubranche, Ingenieursdienstleistungen, Elektrizität, die Bahn. Und nicht zu vergessen natürlich der Tourismus und der Bergbau.

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