Märklin Sanierer auf dem Abstellgleis

Axel Dietz, seit 18 Monaten Geschäftsführer des angeschlagenen Modellbahnherstellers Märklin, räumt seinen Posten. Der ehemalige Müller-Milch-Manager geht Ende des Jahres aus persönlichen Gründen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Göppingen - Der Geschäftsführer des Modellbahnherstellers Märklin, Axel Dietz, nimmt seinen Hut. Dietz werde das Unternehmen Ende des Jahres auf eigenen Wunsch aus persönlichen Gründen verlassen, teilte Märklin am Montag in Göppingen mit. Nach einem Nachfolger werde derzeit noch gesucht.

Der ehemalige Müller-Milch-Geschäftsführer Dietz war Anfang 2007 zu Märklin gekommen. Der 47-Jährige begann seine Karriere beim US-Tabakkonzern Philip Morris, ab 2000 leitete Dietz im Vorstand des Haarpflegeproduzenten Wella  die Consumer-Sparte. Danach übernahm er bei Lancaster in Paris das gesamte Duft- und Kosmetikgeschäft von Marken wie Lancaster, Davidoff und Joop. Im Januar 2006 war Dietz als Sprecher der Geschäftsführung zur Molkereigruppe Müller Milch gewechselt.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Spekulationen über einen Chefwechsel bei Märklin gegeben. Der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital hatte das ehemalige Familienunternehmen 2006 nach langem Tauziehen übernommen und den Betrieb damit vor der Insolvenz gerettet.

Im ersten Halbjahr 2008 steigerte Märklin seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 47 Millionen Euro. Der Auftragseingang stieg um 12,3 Prozent. Den Zuwachs begründete das Unternehmen mit der Erweiterung des Sortiments. "Der Markt honoriert unsere Innovationen und Märklin hat im Markt erstmals seit vielen Jahren wieder Schwung", sagte Dietz. Um wie geplant 2009 wieder einen Ertrag erzielen zu können, müsse Märklin allerdings "ohne Verzug die gesamte Kostenstruktur und die Rohertragsmarge weiter verbessern."

Nach Angaben von Märklin sind die Kosten des Unternehmens nach wie vor zu hoch, um langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Die Geschäftsführung hatte Mitte Juli deshalb bei einer Mitarbeiterversammlung erklärt, rund fünf Millionen Euro bei den Personalkosten einsparen zu wollen. Dies sind etwa 10 Prozent der insgesamt rund 50 Millionen Euro Personalkosten des Unternehmens. Im Idealfall sollten die Einsparungen bis Ende 2009 in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat umgesetzt werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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