Unitiy Media Der Toll-Collect-Sanierer geht

Christoph Bellmer räumt seinen Posten als COO des Medienkonzerns Unity Media. Während Bellmer als Sanierer des Maut-Betreibers Toll-Collect erfolgreich war, hatte der Manager als technischer Geschäftsführer der Unity-Media-Tochter Arena weniger Glück. Das Geschäft mit der Bundesliga rechnete sich nicht.

Köln - Christoph Bellmer, bei Unity Media zuständig für das Tagesgeschäft, verlässt den Medienkonzern zum 31. Juli aus privaten Gründen. Das teilte Unity Media am Freitag mit. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Das Verfahren zur Ernennung eines neuen COO sei unverzüglich eingeleitet worden, hieß es weiter in der Mitteilung. Kommissarisch übernehme Finanzchef Herbert Leifker von Bellmer die Verantwortung für den Bereich Kundenservice.

Bellmer kam im April 2006 zu Unity Media und begleitete zunächst den Start der Arena-Satellitenplattform. Arena hatte im Dezember 2005 von der Deutschen Fußball Liga (DFL) in einem Bieterwettbewerb mit Premiere  für insgesamt über 600 Millionen Euro die Live-Übertragungs- und Verwertungsrechte an den Spielen der 1. und 2. Fußball-Bundesliga ab August 2006 erworben. Das Geschäft mit der Bundesliga rechnete sich jedoch nicht. In der Bundesligasaison 2006/2007 erwirtschaftete Arena einen Verlust von 200 Millionen Euro. Im Jahr 2007 wechselte Bellmer in den Kabel-Bereich und war dort insbesondere für die Bereiche Kundenservice, Informationsdienste und Prozessentwicklung verantwortlich.

Vorher war Bellmer Manager bei T-Systems und dort seit März 2004 als Vorstand zuständig für den Maut-Betreiber Toll Collect. Unter der Leitung des studierten Elektroingenieurs ging das System nach zahlreichen Pannen, Verzögerungen und einem Verlust von über einer Milliarde Euro am 1. Januar 2005 doch noch an den Start.

manager-magazin.de

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