EADS "Zweifel am Verfahren"

Erneut beklagt sich ein EADS-Manager über den Verlauf der Ermittlungen wegen möglicher Insidergeschäfte bei EADS. Die Bedingungen in seiner Gewahrsamszelle seien "menschenunwürdig" gewesen, erklärt der frühere Finanzvorstand Andreas Sperl.

Hamburg/Dresden - Der EADS-Manager Andreas Sperl hat nach seiner Vernehmung durch die französische Justiz Vorwürfe wegen der Umstände seiner Befragung erhoben. Er sei behandelt worden wie ein Schwerverbrecher, sagte Sperl.

Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" und zitiert Sperl weiter: "Ich habe Zweifel an einem rechtsstaatlichen Verfahren". Der Manager kritisierte außerdem die Haftbedingungen, die "für einen freiwilligen Zeugen menschenunwürdig" seien. Uhr, Gürtel und Brille würden abgenommen, in der Zelle gebe es keinen Tisch, nur eine verdreckte Matratze sowie nur eine Gemeinschaftstoilette.

Gegen Sperl wird wegen möglicher Insidergeschäfte mit Aktien ermittelt. Die französische Börsenaufsicht wirft ihm und 16 anderen aktuellen und früheren EADS-Managern vor, 2005 oder 2006 mit Insiderwissen über Probleme bei Airbus lukrative Aktiengeschäfte mit EADS-Aktien gemacht zu haben. Sperl war deshalb vom 9. bis 11. Juli von der französischen Finanzpolizei in Zeugengewahrsam vernommen worden.

Der 60 Jahre alte Manager war bis bis Herbst 2006 Airbus-Finanzvorstand. Er ist jetzt Leiter der Dresdner Elbe Flugzeugwerke, einer Tochter von EADS .

Vor zwei Wochen hatte Airbus-Chef Tom Enders die laufenden Ermittlungen in deutlichen Worten kritisiert. So hatte er von "reinem Theater" und einem "Schauprozess" gesprochen.

manager-magazin.de mit material von dpa-afx

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