Deutsche Bank Ackermann ist Honorarprof

Der erste Versuch scheiterte im Zuge der Mannesmann-Affäre. Nun wurde Josef Ackermann im zweiten Anlauf zum Honorarprofessor der Goethe-Universität in Frankfurt berufen. Künftig will der Deutsche-Bank-Chef Seminare über das internationale Finanzsystem, Geldpolitik und Bankmanagement halten.

Frankfurt am Main - Im zweiten Anlauf ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zum Honorarprofessor der Goethe-Universität Frankfurt berufen worden. Ungeachtet der Kritik von Studenten- und Gewerkschaftsvertretern stimmte der Senat der Hochschule am Mittwoch einem Antrag des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften "mit überwältigender Mehrheit" zu, wie die Goethe-Universität mitteilte. Der heute 60-Jährige war 2005 bei seiner Ernennung wegen des noch laufenden Strafverfahrens im Mannesmann-Prozess gescheitert.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften hatte Ackermann erneut vorgeschlagen, weil der Schweizer der "weltweit angesehenste Experte auf dem Gebiet des Bankwesens" sei und den gesamten Finanzplatz Frankfurt stärke. Man müsse zudem verhindern, dass Ackermann durch seine Lehrtätigkeit an der London School of Economics den Finanzplatz London weiter stärke. Neben Ackermann erkannte der Senat auch Fraport-Chef Wilhelm Bender den Titel zu.

"Dass wir zwei solch hochrangige Manager für unseren Lehrkörper gewinnen konnten, bietet eine hervorragende Basis für die weitere Verknüpfung von Theorie und Praxis im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften", sagte Unipräsident Rudolf Steinberg. Laut Universitätssatzung haben Honorarprofessoren eine Lehrverpflichtung von mindestens zwei Semesterwochenstunden.

Die Ernennung Ackermanns war umstritten. Der Allgemeine Studenten-Ausschuss (Asta) der Universität und die Wissenschaftsgewerkschaft GEW sehen darin ein falsches Signal. Sie kritisieren Ackermanns Entscheidung von 2005, trotz Milliardengewinnen bei der Deutschen Bank  Tausende Jobs zu streichen. Der Mannesmann-Prozess wegen Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue gegen Ackermann und fünf weitere Angeklagte war Ende 2006 gegen eine Geldauflage eingestellt worden.

Ackermann hält bereits seit Jahren an der Universität Seminare. Der Topmanager will nach Uni-Angaben künftig Lehrveranstaltungen über das internationale Finanzsystem, Geldpolitik und Bankmanagement halten. Insgesamt hat die Hochschule 137 Honorarprofessoren.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.