Julius Bär CEO nicht mehr erforderlich

Hans de Gier tritt zum 1. September als CEO des Bankhauses Julius Bär zurück. Zusammen mit Verwaltungsratspräsident Raymond Bär gilt der Holländer als Architekt der Neuausrichtung des Instituts. Die Funktion eines CEO für die Gruppe sei nicht mehr erforderlich, teilte die Schweizer Privatbank mit.

Zürich - Hans de Gier, Chef des Geldhauses Julius Bär , tritt zum 1. September zurück. Das teilte die Bank am Mittwoch in Zürich mit. Er werde sich künftig auf die Funktion als Verwaltungsratspräsident der auf institutionelle Kunden spezialisierten Julius-Bär-Sparte GAM konzentrieren. "Zudem steht er dem Verwaltungsrat der Julius Bär Holding weiterhin als Berater in strategischen Belangen zur Verfügung", hieß es weiter. Die Funktion eines CEO für die Gruppe sei nicht mehr erforderlich.

De Gier wird nach seinem Rücktritt knapp drei Jahre an der operativen Spitze der Bär-Gruppe gestanden haben. Zusammen mit Verwaltungsratspräsident Raymond Bär gilt der Holländer als Architekt der Übernahme von drei UBS-Privatbanken und GAM, die Julius Bär im Herbst 2005 zur drittstärksten Kraft im Schweizer Finanzmarkt gemacht hatte.

Die Kreditkrise hat Julius Bär bisher weitgehend unbeschadet überstanden. Der Reingewinn ging im ersten Halbjahr 2007 um lediglich 2 Prozent auf 510 Millionen Franken zurück. Dies lag über dem von Analysten durchschnittlich geschätzten Wert von 488 Millionen Franken. "Dank ausschließlicher Ausrichtung auf das Vermögensverwaltungsgeschäft hat Julius Bär keine Verluste infolge der Kredit- und Liquiditätskrise erlitten", hieß es in einer Mitteilung der Bank.

Zwar sanken die verwalteten Vermögen bis Ende Juni 2008 auf 364 Milliarden Franken von 405 Milliarden Ende 2007. Gleichzeitig konnte Bär den Angaben zufolge aber Netto-Neugeld in Höhe von zehn Milliarden Franken einsammeln, acht Milliarden davon im Private Banking. Dies könnte Beobachtern zufolge ein Zeichen dafür sein, dass Kunden von anderen Banken wie der von Kreditkrise in Mitleidenschaft gezogenen UBS  zu Bär wechseln.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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