Insidervorwürfe Airbus-Manager Sperl in Gewahrsam

Mit Andreas Sperl, Ex-Finanzchef von Airbus und derzeit Werksleiter in Dresden, hat die französische Polizei erstmals einen amtierenden EADS-Manager in Gewahrsam genommen. Hintergrund sind die Ermittlungen gegen zahlreiche Entscheider des Luft- und Raumfahrtkonzerns wegen möglichen Insiderhandels.

Paris - Die Affäre um möglichen Insiderhandel beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS  zieht immer weitere Kreise. Am Mittwoch wurde der frühere Airbus-Finanzchef und heutige Leiter des EADS-Werkes in Dresden, Andreas Sperl, in französischen Polizeigewahrsam genommen, wie sein Anwalt Christian Curtil bestätigte.

Hintergrund sind Ermittlungen der Pariser Finanzpolizei gegen zahlreiche aktuelle und frühere Topmanager des Airbus-Mutterkonzerns. Die Staatsanwaltschaft geht seit zwei Jahren dem Verdacht des Insiderhandels bei EADS nach.

Manager sollen Ende 2005 und Anfang 2006 massiv Aktien verkauft haben, bevor die Öffentlichkeit über die dramatischen Lieferverzögerungen beim Airbus A380 informiert wurde und der Aktienkurs des Mutterkonzerns EADS abstürzte.

Formelle Ermittlungsverfahren wurden bereits gegen den früheren Airbus-Chef Gustav Humbert, den ehemaligen EADS-Co-Chef Noel Forgeard und den früheren Generaldirektor des Konzerns, Jean-Paul Gut, eingeleitet. Auch die Hauptaktionäre Daimler und Lagarde stehen unter Verdacht, sich mit Insiderwissen von Aktienpaketen getrennt zu haben. Alle Beschuldigten haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Insgesamt stehen 17 frühere und amtierende EADS-Manager in dem Verdacht, Aktien auf Grund von Insiderwissen verkauft zu haben. EADS-Sprecher Markus Woelfle bestätigte, dass Sperl befragt werde. Er stellte sich aber demonstrativ vor Sperl. "Er gilt solange als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist", betonte der Sprecher.

manager-magazin.de mit Material von ap

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