Refco Ex-Chef muss 16 Jahre hinter Gitter

Phillip Bennett, Ex-Chef des zusammengebrochenen US-Brokers Refco, muss ins Gefängnis. Der Angeklagte hatte Anleihebesitzern und Aktionären mit einem Buchungstrick einen Milliardenverlust beschert.

New York - Ein US-Gericht verhängte heute die Strafe gegen den britischen Staatsbürger. Der 59-Jährige hatte sich im Februar unter Tränen in 20 Anklagepunkten für schuldig bekannt, darunter Betrug, Geldwäsche und Verschwörung.

Refco war im Oktober 2005 zusammengebrochen, zwei Monate nach seinem Börsengang und eine Woche nachdem das Unternehmen eingeräumt hatte, dass Konzernchef Bennett 430 Millionen Dollar an Schulden aus den Büchern zurückgehalten habe. Banken, Anleihebesitzer und Aktionäre verloren zusammen mehr als eine Milliarde Dollar.

"Ich entschuldige mich bei meiner Familie und allen, die ich mit meinem Verhalten geschädigt habe", hatte Bennett bei seinem Geständnis gesagt. "Ich weiß, dass es falsch war, die Informationen zurückzuhalten."

Durch die Refco-Pleite flog auch die Affäre um spekulative Geschäfte der österreichischen Bawag-Bank in der Karibik Ende der 90er Jahre auf. Sie führte zum Verkauf der einstigen Gewerkschaftsbank an ein Konsortium um den US-Investor Cerberus.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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