Airbus Justiz ermittelt gegen Ex-Chef

Zwar ist der ehemalige Airbus-Chef Gustav Humbert gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Doch die französische Justiz hat laut Medienberichten bereits ein Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen eingeleitet.

Paris - Die französische Justiz hat am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Airbus-Chef Gustav Humbert wegen Insiderverdachts eingeleitet. Das berichteten der französische Nachrichtensender France Info und meherer Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Justizkreise.

Humbert wurde nach zweitägiger Vernehmung im Zeugengewahrsam gegen eine Kaution in Höhe von 350.000 Euro auf freien Fuß gesetzt. Er steht wie zahlreiche andere aktive und ehemalige Manager des Airbus-Mutterkonzerns EADS  im Verdacht, unter Nutzung von Insiderwissen über Probleme bei Airbus EADS-Aktien verkauft zu haben, bevor der Aktienkurs einbrach.

Humbert hatte im November 2005 Aktienoptionen gezogen und mit Millionengewinn verkauft. Das Ausmaß der Airbus-Probleme wurde im Juni 2006 öffentlich bekannt, und Humbert verließ kurz darauf den Konzern.

Er ist der erste Deutsche, gegen den die französische Justiz nach Befragung ein Ermittlungsverfahren einleitet. Verfahren laufen schon gegen die beiden ehemaligen EADS-Manager Noël Forgeard und Jean-Paul Gut, die - anders als Humbert - noch im März 2006 EADS-Aktien verkauft hatten. Forgeard war vor Humbert Airbus-Chef gewesen und gemeinsam mit diesem aus dem Konzern ausgeschieden.

Neben den Ex-Managern steht die Hälfte der aktuellen EADS-Führung unter Insiderverdacht. Alle streiten die Vorwürfe ab. 2005/06 waren die Informationsströme im Konzern durch deutsch-französische Rivalitäten gestört und die Probleme mit neuen Flugzeugprogrammen wurden unterschätzt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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