UBS Birkenfeld bekennt sich schuldig

Der ehemalige Vermögensverwalter der Schweizer Großbank UBS, Bradley Birkenfeld, hat sich vor einem US-Gericht schuldig bekannt. Er ist gemeinsam mit einem Liechtensteiner der Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt.

Zürich - Birkenfeld erklärte vor einem US-Bundesgericht in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida am Donnerstag, er habe einem reichen Immobilienunternehmer geholfen, 200 Millionen Dollar vor den US-Steuerbehörden zu verbergen.

Zu der damaligen Zeit sei er bei der UBS  angestellt gewesen, führte Bradley weiter aus, und sein Arbeitgeber habe ihm einen hohen Lohn gezahlt und Anreize für die Tätigkeiten geschaffen, die zu der Anklage geführt hätten. Ein UBS-Sprecher wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Der der 43jährige US-Bürger Birkenfeld ist schon seit einiger Zeit im Visier der Behörden. Zunächst hatte er alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Sein Sinneswandel und das nachfolgende Schuldbekenntnis könnten die laufende US-Untersuchung des Verhaltens der UBS in den USA in den Jahren 2000 bis 2007 beeinflussen.

Die US-Steuer- und Justizbehörden verlangen von der UBS Medienberichten zufolge die Kundendaten von bis zu 20.000 reichen Amerikanern. Die Behörden haben den Verdacht, dass sich auf der Liste Amerikaner befinden, die in den vergangenen Jahren über Schweizer Konten bei UBS und vielleicht sogar mit Hilfe von einzelnen UBS-Vermögensberatern bis zu 20 Milliarden Dollar am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust und so bis zu 300 Millionen Dollar Steuern hinterzogen haben, hatte es Anfang Juni in der "New York Times" geheißen.

Birkenfeld soll einem nicht genannten US-Milliardär geholfen haben, Scheinfirmen und andere Einheiten zu gründen, um so Vermögen im Ausland zu verbergen. Birkenfeld verzichtete am Donnerstag auf eine Verlesung der Anklageschrift und ging mit dem zuständigen Richter William Zloch eine siebenseitige Liste mit Fakten durch. Das Urteil ist am 13. August vorgesehen. Birkenfelds Mitangeklagter Mario Staggl erschien nicht vor Gericht. Er wird in Liechtenstein vermutet.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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