EADS-Manager Jean-Paul Gut festgenommen

Jean-Paul Gut, ehemals stellvertretender CEO der EADS, wurde festgenommen und bleibt bis Mittwoch in Gewahrsam der Justiz. Dann muss ein Richter über das weitere Vorgehen entscheiden.

Paris - Die französische Finanzpolizei hat am Montag im Zusammenhang mit den Vorwürfen um angeblichen Insiderhandel beim Luft-und Raumfahrtkonzern EADS  einen weiteren hochrangigen Ex-Manager festgenommen. Jean-Paul Gut, ehemals stellvertretender CEO der EADS NV, werde bis Mittwoch in Gewahrsam bleiben, sagte eine Sprecherin des französischen Justizministeriums.

Bis dahin werde ein Richter entscheiden, ob ein förmliches Untersuchungsverfahren gegen Gut eröffnet oder ob er freigelassen werde. Frankreichs Staatsanwaltschaft untersucht seit November 2006, ob es bei der Airbus-Mutter EADS zu verbotenen Insidergeschäften mit Aktien gekommen ist.

Ende Mai war in diesem Zusammenhang auch Ex-Co-CEO Noel Forgeard in Gewahrsam und wenige Tage später gegen Zahlung von 1 Million Euro Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Forgeard bestreitet strafrechtlich relevante Handlungen.

Parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen laufen auch Untersuchungen der französischen Finanzmarktaufsicht. Forgeard und 16 weiteren früheren und jetzigen Managern von Airbus und EADS, darunter auch Gut, werfen sie Insiderverstöße vor.

Insidervorwürfe haben die Behörden auch den beiden Kernaktionären Lagardere  SCA und Daimler  gemacht. Sie alle sollen von den Schwierigkeiten und erheblichen Verzögerungen bei der Entwicklung der beiden Flugzeugtypen A380 und A350 gewusst haben und dieses Wissen zwischen November 2005 und März 2006 beim Verkauf von Aktienpaketen oder der Ausübung von Optionen auf EADS-Aktien genutzt haben.

Nach Bekanntwerden der Probleme im Frühjahr und Herbst 2006 war der Kurs der EADS-Aktie jeweils deutlich eingebrochen. EADS und die genannten Manager bestreiten illegales Handeln.

manager-magazin.de mit Material von dow jones