AIG Martin Sullivan tritt ab

Beim US-Versicherungsriesen AIG gibt es nach Milliardenverlusten einen Chefwechsel. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Martin Sullivan trat am Sonntag zurück. Sein Nachfolger ist der frühere Citigroup-Manager Robert Willumstad.

New York - Das teilte die American International Group (AIG)  am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Willumstad führte zuletzt den AIG-Verwaltungsrat.

Der Versicherungskonzern hatte zuletzt seine Aktionäre mit schwachen Ergebnissen verärgert: Allein in den vergangenen beiden Quartalen fielen Verluste von zusammen 13 Milliarden Dollar an. Grund waren vor allem Abschreibungen im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise. Im Mai musste sich AIG 20 Milliarden Dollar an frischem Kapital besorgen. Die Aktie fiel seit vergangenem Dezember um rund 40 Prozent. Außerdem geriet das Unternehmen erneut ins Visier von Untersuchungen der US-Behörden.

Sullivan hatte den Chefposten bei AIG 2005 nach dem Rückzug des Firmenpatriarchs Maurice R. Greenberg übernommen. Damals stand der Versicherer ebenfalls im Visier der Börsenaufsicht SEC. Sie hatte Bilanzierungstricks vermutet. Sullivan legte die Ermittlungen mit einem 1,6 Milliarden Dollar schweren Vergleich bei. AIG musste die Ergebnisse für fünf Jahre korrigieren. Doch vor wenigen Wochen wurden neue Untersuchungen der Behörden bekannt.

Der heute 53-jährige Sullivan begann seine AIG-Karriere bereits mit 17 Jahren und galt zum Zeitpunkt seiner Berufung bereits als Kronprinz. Laut US-Medienberichten vermissten einige große Investoren unter Sullivan einen sauberen Schnitt zur Ära des umstrittenen Greenberg.

Der neue Konzernchef Willumstad soll auch den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten, teilte AIG mit. Der 62-Jährige war bei der Citigroup  bis zu seinem Rückzug vor drei Jahren für das operative Tagesgeschäft verantwortlich. Er gründete danach den Finanzinvestor Brysam Global Partners mit.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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