Auswanderer Der Exodus der Klugen

Allein im vergangenen Jahr kehrten 165.000 Menschen Deutschland den Rücken. Vor allem hoch qualifizierte Menschen verlassen das Land, um jenseits der Grenze Karriere zu machen. Für knapp ein Drittel aller Auswanderer ist die Entscheidung endgültig: Sie wollen nicht wieder zurück.

Stuttgart - Deutsche Auswanderer zieht es vor allem aus Karrieregründen in die Fremde. Das geht aus einer am Freitag in Stuttgart veröffentlichten Studie des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums hervor.

Darin gaben 78 Prozent der befragten Auswanderer an, für sie sei der Wunsch nach Berufserfahrungen für weitere Karriereschritte bei der Entscheidung wichtig gewesen. Die meisten Auswanderer sind dabei unentschlossen, ob sie dauerhaft im Ausland leben wollen.

Kern der Studie bildet dem Ministerium zufolge eine Online-Befragung von 486 ausgewanderten Baden-Württembergern in der ganzen Welt. Laut den Ergebnissen verlassen insbesondere hoch qualifizierte Menschen das Land. Neben der beruflichen Weiterentwicklung gaben 72 Prozent ein Interesse am interkulturellen Austausch als wichtiges Motiv an. 54 Prozent klagten über fehlende Aufstiegs- und Karrierechancen im eigenen Land.

45 Prozent der Befragten gaben an, nicht zu wissen, ob und wie lange sie im Ausland bleiben. 32 Prozent wollen sich dauerhaft in der Ferne niederlassen, während 24 Prozent von einem zeitlich befristeten Auslandsaufenthalt ausgehen. Als Rückkehrhindernisse wurden von 52 Prozent der Teilnehmer fehlende adäquate Stellenangebote und von 45 Prozent fehlende berufliche Netzwerke genannt.

Hintergrund der Studie ist die zunehmende Abwanderung von Deutschen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde 2007 mit 165.000 abgewanderten Personen die höchste Zahl seit 1954 verzeichnet. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) kündigte an, mittels einer zentralen Anlaufstelle die Heimkehr Rückkehrwilliger erleichtern zu wollen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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