"House of Finance" Ein Tempel für Geld, Recht und Bildung

Wissenschaftler und Banker wollen am Finanzplatz Frankfurt noch enger zusammenarbeiten: Das "House of Finance" der Goethe-Universität bündelt Forschung und Lehre aus den Fächern Recht und Wirtschaft und soll die heimische Finanzbranche im internationalen Wettbewerb stärken. Heute wurde die Prestigeeinrichtung eröffnet.

Frankfurt am Main - In Frankfurt entstehe damit "eines der größten Leistungszentren des Kontinents in diesem Bereich", sagte Universitätspräsident Rudolf Steinberg. "Wir verstehen dieses Haus als Beitrag zur Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt und Deutschlands."

Nach Ansicht von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) setzt die heimischen Finanzbranche mit dem "House of Finance" ihre internationale Aufholjagd nun auch nach außen hin sichtbar fort. Frankfurt sei einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt und brauche eine solche Einrichtung. Die Landesregierung hoffe, dass das "House of Finance" zu einer "Plattform für die finanzwissenschaftliche, manchmal auch finanzpolitische Debatte" werde, sagte Koch.

Gut 200 Wissenschaftler, darunter 26 Professoren, sollen sich künftig im "House of Finance" mit finanzbezogenen Themen befassen: Banken- und Versicherungsexperten, Ökonomen und Juristen. Die Doktoranden und Professoren arbeiten etwa zu den Themen Finanzen, Geld und Währung sowie Unternehmensrecht. Wert legt die Hochschule auf den Kontakt zur Finanzbranche: zu Geldinstituten, Zentralbanken und Versicherungen.

"Was erwartet wird ist Spitzenforschung, die sich international sehen lassen kann. Aber dieses Haus soll das Gegenteil eines Elfenbeinturmes sein, in dem die Forscher vor sich hin forschen", sagte der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, als Vorsitzender des Kuratoriums der Einrichtung. Deutschland sei lange "auf dem Gebiet von Finance eine intellektuelle Wüste" gewesen, sagte Issing. "Der Titel 'House of Finance' ist ein Signal: Wir stellen uns dem internationalen Wettbewerb."

Das Land Hessen hatte im Rahmen des Hochschulbauprogramms "Heureka" rund 30 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt. 26 Millionen davon flossen in den eigentlichen Bau, der Rest in die Einrichtung des Gebäudes. Zudem brachten sich mehr als 100 Unternehmen, Verbände und Stiftungen ein. "Ich bin der Wirtschaft sehr dankbar, dass sie die Bedeutung dieses Hauses erkannt hat", sagte der Direktor des "House of Finance", Paul Bernd Spahn.

Beziehen sollen die ersten Wissenschaftler das Gebäude mit seinen sechs Hörsälen und fünf Seminarräumen nach Angaben eines Sprechers der Hochschule voraussichtlich ab Mitte Juni, wenn die letzten Bauarbeiten abgeschlossen sind.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.