Absage Claassen will nicht Bahn-Chef werden

Utz Claassen verfügt bekannterweise über ein gesundes Selbstbewusstsein. Es ist also anzunehmen, dass er sich den Job an der Spitze des künftig privatisierten Teils der Deutschen Bahn durchaus zugetraut hätte. Nach Informationen von manager-magazin.de will er dennoch nicht Nachfolger von Hartmut Mehdorn werden.

Hamburg - Die spektakuläre Personalie hielt nicht einmal einen Tag. Am morgen noch hatte die "Rheinische Post" berichtet, dass der frühere Chef des Energiekonzerns EnBW , Utz Claassen, ab dem Jahr 2010 Nachfolger von Hartmut Mehdorn an der Spitze des dann privatisierten Teils der Bahn werden solle. Diesen Wechsel bereite der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn vor, schrieb das Blatt.

Doch schon am frühen Nachmittag folgte das Dementi. Er habe kein Interesse an diesem Job und stehe daher nicht zur Verfügung, hieß es aus Claassens Umfeld gegenüber manager-magazin.de.

Auch Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller dementierte am Freitag. Diese Information sei "frei erfunden", sagte ein Sprecher Müllers in Essen. Der Bundestag in Berlin stimmte am Freitag mit der Koalitionsmehrheit dem Privatisierungsmodell der Regierung zu. 24,9 Prozent der Anteile an einer Verkehrs- und Logistiktochter der Bahn unter dem Namen DB Mobility & Logistics AG sollen im Herbst an private Anleger verkauft werden. Das dürfte der größte Börsengang seit dem IPO der Deutschen Post  im Jahr 2000 werden. Die Bundesregierung hofft auf Einnahmen von fünf bis acht Milliarden Euro.

Ob der amtierende Bahn-Chef Mehdorn sich nun wieder sicherer auf seinem Posten fühlen kann, ist allerdings zweifelhaft. In Berliner Kreisen wird schon seit längerem über eine mögliche Ablösung Mehdorns spekuliert.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.