Norddeutsche Affinerie Topmanager gehen

Im Februar konnte die Norddeutsche Affinerie nach langem Gezerre endlich den belgischen Konkurrenten Cumerio übernehmen. Bei den Topmanagern scheint der Hamburger Kupferkonzern allerdings nicht so beliebt zu sein: Bis Ende des Jahres werden offenbar mehr als die Hälfte aller Cumerio-Vorstände ihren Posten geräumt haben.

Hamburg - Bei der Norddeutsche Affinerie  (NA) nehmen zahlreiche Topmanager im Zuge der Übernahme des belgischen Konkurrenten Cumerio ihren Hut.

So verlässt etwa Michel Moser, bislang Finanzvorstand von Cumerio, den Konzern. Er lehne das Angebot ab, in gleicher Funktion in den NA-Vorstand einzuziehen. Ende September wird Moser das Unternehmen verlassen. Das sagte ein NA-Sprecherin gegenüber manager-magazin.de.

Außerdem verliert der Hamburger Kupferkonzern im Zuge der Integration weitere Führungskräfte, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Montagsausgabe. Luc Delagaye, der als Cumerio-Vorstandschef die Übernahme mit eingefädelt hatte, ist bereits Ende April gegangen und inzwischen Vorstand des belgischen Bildgebungs-Spezialisten Agfa-Gevaert. Insgesamt werden von dem siebenköpfigen Cumerio-Vorstand nur noch drei Mitglieder über dieses Jahr hinaus im Unternehmen bleiben.

Die Integration Cumerios ist das mit Abstand aufwendigste Projekt der NA seit Jahren, und sein Gelingen ist entscheidend für den künftigen Erfolg des größten europäischen Kupferverarbeiters. Führungskräfte an das Unternehmen zu binden, gilt bei Übernahmen generell als wichtiger Punkt, um den Erfolg eines Zusammenschlusses sicherzustellen. Allerdings haben bisher nur Vorstände der Cumerio-Holding dem Unternehmen den Rücken gekehrt. Im operativen Geschäft hat bisher kein Manager in Schlüsselposition seinen Posten geräumt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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