Dienstag, 25. Februar 2020

Führungswechsel Neuer Chef für Hugo Boss

Claus-Dietrich Lahrs, bislang Geschäftsführer von Christian Dior Couture, wird neuer Vorstandschef von Hugo Boss. Sein Vorgänger Bruno Sälzer war Mitte Februar zurückgetreten, weil er die umstrittene Geschäftspolitik des Finanzinvestors Permira nicht mittragen wollte.

Metzingen - Die Führungskrise bei Deutschlands größtem Modekonzern ist beendet: Claus-Dietrich Lahrs wird neuer Chef bei Hugo Boss Börsen-Chart zeigen. Das hat der Aufsichtsrat des Unternehmens am Donnerstagabend beschlossen. Der 44-Jährige solle den Vorstandsvorsitz möglichst zum 1. August übernehmen, teilte das Unternehmen in Metzingen mit. Derzeit ist Lahrs noch Geschäftsführer von Christian Dior Couture und steht damit als erster deutscher Manager an der Spitze eines französischen Modehauses.

Neuer Chef bei Hugo Boss: Modemanager Lahrs
In Metzingen tritt der Diplom-Kaufmann die Nachfolge von Bruno Sälzer an. Sälzer hatte Boss nach Differenzen mit dem neuen Eigentümer, dem Finanzinvestor Permira, im Februar verlassen. Seitdem steht der Modekonzern ohne Chef da. Die Hugo-Boss-Mutter Valentino aus Italien war vergangenes Jahr von Permira geschluckt worden.

Lahrs erklärte, für ihn bedeute die Ernennung zum Chef von Hugo Boss "die Erfüllung eines Lebenstraums". Der Manager arbeitet seit zwölf Jahren für den weltweit größten Luxusgüterkonzern Christian Dior/Louis Vuitton Moët Hennessy Börsen-Chart zeigen (LVMH). Seit Ende 2003 führt er Christian Dior Couture.

Der Modezweig des Dior-Konzerns erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit rund 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 800 Millionen Euro. Lahrs hat darüber hinaus internationale Erfahrung, so war er für den Richmond-Konzern tätig und leitete in Deutschland Louis Vuitton, später auch in den USA und Kanada. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Bochum, Köln und Paris.

In den vergangenen Wochen hatte es an der Boss-Spitze ein großes Stühlerücken gegeben. Neben Sälzer hatte auch Produktionsvorstand Werner Lackas seinen Hut genommen. Aufsichtsratschef Vita kündigte an, den Konzern Ende Juni verlassen zu wollen.

Die Turbulenzen in dem Metzinger Modehaus waren offen zutage getreten, als sich der Aufsichtsrat zunächst nicht über die Ausschüttungspolitik einigen konnte. In einer Sondersitzung des Gremiums wurden auf Druck des Investors eine kräftige Erhöhung der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr und eine Sonderausschüttung vereinbart. Auch Sälzer hatte sich gegen diesen Schritt gewandt. Die Hauptversammlung in der vergangen Woche segnete die Entscheidung trotz wütender Proteste von Kleinanlegern ab. Permira hält rund 90 Prozent der Stimmrechte an Hugo Boss.

Zuletzt hatte Hugo Boss eine Gewinndelle bekanntgegeben: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war im ersten Quartal 2008 um 5 Prozent auf 94 Millionen Euro gesunken.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und ap

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