Mittwoch, 26. Juni 2019

Roland Berger Die Manager und die Menschenrechte

5. Teil: "Land für intelligente Menschen öffnen"

Berger: Ich habe da durchaus Vorstellungen, vom Föderalismus bis hin zur Qualität und zur Internationalität der Lehrpläne. Aufgabe meiner Stiftung aber wird nur sein, an konkreten Punkten anzusetzen, um begabten jungen Menschen aus sozial benachteiligten Schichten bestmögliche Bildung zu bieten und so ein wenig dazu beizutragen, die gesellschaftliche Schieflage im Bildungswesen auszugleichen. Überall wo das gelingt, können einzelne mehr aus sich machen und mehr für die Gesellschaft tun. Qua Vorbild werden sich dem andere anschließen. Letztlich werden die Potenziale unserer Gesellschaft so auch wirtschaftlich besser genutzt, das heißt, unsere Wirtschaft wird schneller wachsen, mehr Arbeitsplätze schaffen und der Wohlstand für alle wird schneller steigen.

mm.de: Welche Rolle spielt in dem Zusammenhang die demografische Entwicklung?

Berger: Eine zentrale. Eine alternde Bevölkerung bedarf des lebenslangen Lernens, in allen Schichten, und wir werden immer stärker von Einwanderung abhängen. Deshalb ist die systematische Integration von Migranten so wichtig. Das wird zwar von der Politik zunehmend in Angriff genommen, geht aber noch viel zu langsam vonstatten. Wir müssen unser Land für intelligente Menschen aus dem Ausland und aus Migrantenkreisen öffnen. Wir müssen insgesamt unsere Akademikerquote steigern, denn sie ist wesentlich niedriger als in anderen Ländern. Und wir müssen mehr Geld für Bildung ausgeben. Andere Nationen machen es uns erfolgreich vor.

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