Deutsche Bank Chefvolkswirt fordert mehr Zuwanderung

Norbert Walter hat sich für eine größere Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte ausgesprochen. "Wir werden ohne eine große Offenheit unsere eigenen Chancen sabotieren", so der Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Aktuellen Berechnungen zufolge verursacht der Fachkräftemangel einen jährlichen Schaden in Höhe von 18 Milliarden Euro.

Stuttgart - Das "Ventil der Zuwanderung" müsse genutzt werden, "wenn wir dramatische Probleme für unsere mittelständischen Unternehmen, etwa durch Qualifikationslücken bei Ingenieuren, im nächsten Jahrzehnt vermeiden wollen", sage Norbert Walter, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank , in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Kölnischen Rundschau" (Montagausgabe). Der Bedarf umfasse nicht nur ausländische Spitzenkräfte, sondern gehe "ganz eindeutig bis hin zu den Hilfskräften", so Walter weiter.

Unterstützung bekam Walter von Willi Fuchs, dem Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). "Der Fachkräftemangel kostet unsere Volkswirtschaft jährlich über sieben Milliarden Euro", sagte Fuchs am Montag auf der Hannover Messe. Weil Fachkräfte fehlten, seien die Betriebe gezwungen, teure Überstunden zu bezahlen oder Aufträge abzusagen.

Einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 2700 Unternehmen zufolge gibt es sieben Mal so viele offene Ingenieursstellen wie der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Es fehlten also derzeit 95.000 Ingenieure in Deutschland, sagte IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös. 2007 seien 70.000 Ingenieursstellen nicht besetzt worden, knapp die Hälfte mehr als 2006. Nach Berechnungen des IW verliert die deutsche Volkswirtschaft jährlich sogar gut 18 Milliarden Euro und damit etwa 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, weil Fachkräfte fehlen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa/afx

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