Heathrow-Desaster Rücktritt nach Bruchlandung

Hunderte Flüge wurden gestrichen, zehntausende Gepäckstücke blieben liegen: Wegen des Fiaskos bei der Inbetriebnahme des neuen Terminal 5 am Londoner Flughafen Heathrow hat die Fluggesellschaft British Airways personelle Konsequenzen gezogen. Zwei Verantwortliche räumten ihre Posten.

London - Die Airline British Airways hat Konsequenzen aus dem Desaster bei der Neueröffnung des neuen Terminals am Londoner Flughafen Heathrow gezogen und zwei hochrangige Manager gefeuert. Der Betriebsmanager Gareth Kirkwood und der Leiter des Kundenservices, David Noyes, würden das Unternehmen verlassen, teilte British Airways  (BA) am Dienstag in London mit. Künftig sollten beide Aufgaben von einem Chief Operating Officer wahrgenommen werden.

Terminal 5, das allein die BA nutzt, hatte vor knapp drei Wochen den Betrieb aufgenommen. Probleme bei der automatischen Gepäckabfertigung hatten allerdings zu einem Chaos an Europas größtem Flughafen geführt. Hunderte Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Gepäckstücke blieben liegen. Die meisten von ihnen wurden zur Sortierung und für den Weitertransport mit Lastwagen nach Italien oder Schottland gebracht. Nach der ursprünglichen Planung sollten bis Ende April nahezu alle BA-Flüge in Heathrow über den Terminal 5 erfolgen, der bei der Inbetriebnahme am 27. März als eine der weltweit modernsten und effizientesten Flughafeneinrichtungen gepriesen worden war.

BA-Chef Willie Walsh hatte die Verantwortung für das Debakel bei der Eröffnung übernommen, einen Rücktritt aber abgelehnt. Die Pannen kosteten die Fluglinie bisher mehr als 16 Millionen Pfund (rund 20 Millionen Euro). Walsh hatte angekündigt, dass der bis Ende April geplante komplette Umzug der BA-Langstrecken-Flotte in das rund fünf Milliarden Euro teure neue Terminal möglicherweise nicht einmal bis Oktober abgeschlossen sei.

Zuletzt musste die BA vor wenigen Tagen bekanntgeben, dass wegen der Probleme mit dem neuen Terminal 60 Starts und Landungen von Fernflügen mindestens bis Juni weiterhin über den alten Terminal 4 abgewickelt werden müssen. "Es macht Sinn, vor der Verlegung sicherzustellen, dass Terminal 5 durchweg einsatzbereit ist", erklärte Walsh. Man bedauere die Folgen für andere Fluggesellschaften, die eigentlich bereits die Kapazitäten am alten Terminal 4 nutzen wollten, die nun noch von der BA in Anspruch genommen werden, so Walsh weiter.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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