Hyundai Chef droht Gefängnis

Der wegen Untreue und Unterschlagung zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Hyundai-Chef Chung Mong Koo muss nun möglicherweise doch ins Gefängnis. Das oberste südkoreanische Gericht hob das Urteil der Vorinstanz auf, die Chung zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt hatte.

Seoul - Der Korruptionsprozess gegen den vor sieben Monaten zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Chef des südkoreanischen Autoherstellers Hyundai Motor , Chung Mong Koo, wird neu aufgerollt. Der Oberste Gerichtshof in Seoul gab am Freitag der Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil eines Berufungsgerichts vom September statt.

Das Berufungsgericht hatte die in erster Instanz verhängten drei Jahre Haft zur Bewährung ausgesetzt. Dies ermöglichte es Chung, die Geschicke des weltweit sechstgrößten Autokonzerns weiter zu lenken. Zudem wurde er zu einer Spende von 840 Milliarden Won (544 Millionen Euro) verurteilt und musste Vorträge über transparente Unternehmensführung halten. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Chungs Rolle beim Aufbau eines Schmiergeld-Fonds zum Erkaufen politischer Vorteile bis zu sechs Jahre Haft für den Manager gefordert und Rechtsmittel gegen die Bewährungsstrafe eingelegt.

"Wir haben alle Urteile zum Beschuldigten rückgängig gemacht und beschlossen, sie zur Überprüfung zurück an das untergeordnete Gericht zu schicken", erklärten die Richter. Ein Gerichtssprecher sagte, die Entscheidung betreffe nicht die Schuldfrage, sondern ausschließlich das Strafmaß.

Die Staatsanwaltschaft hatte beanstandet, dass Chung unter anderem auch gemeinnützige Arbeit in Form von Vorträgen und Artikeln über Unternehmensführung und Firmentransparenz anstatt körperliche Arbeit auferlegt wurde. Dies sehe jedoch das Gesetz vor. In diesem Punkt gab das Oberste Gerichtshof jetzt der Anklage Recht. Der Zweck der Vorträge werde aus dem angefochtenen Urteil nicht ersichtlich, hieß es. Das Urteil werde in allen Punkten aufgehoben.

Ein Hyundai-Sprecher zeigte sich am Freitag "erstaunt und verwirrt" über das Urteil des Obersten Gerichts, weil das Unternehmen viele geschäftliche Dinge zu regeln habe. Die Investoren nahmen die Entscheidung dagegen gelassen auf: Die Hyundai-Aktie legte 4,7 Prozent zu und überflügelte damit den Markt, der 0,85 Prozent gewann.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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