Unicef Neuanfang mit Jürgen Heraeus

Die deutsche Unicef hat einen neuen Vorsitzenden, den Manager Jürgen Heraeus. Der langjährige Chef des gleichnamigen Technologiekonzerns soll das Kinderhilfswerk aus der Krise führen, die mit dem Rücktritt von Heide Simonis und der Aberkennung des Spendensiegels ihren Tiefpunkt hatte.

Berlin - Jürgen Heraeus ist zum neuen Vorsitzenden der deutschen Sektion des Kinderhilfswerks Unicef gewählt worden. Zu seinen Stellvertreterinnen wurden am Freitag in Berlin Ann Kathrin Linsenhoff und Maria von Welser ernannt.

Mit dem neuen Vorstand will Unicef den Weg aus seiner Vertrauenskrise finden. Unicef Deutschland war im Februar wegen eines undurchsichtigen Finanzgebarens in Verruf geraten. Die Vorsitzende Heide Simonis war unter Verweis auf unüberbrückbare Meinungsunterschiede zurückgetreten. Auch Geschäftsführer Dietrich Garlichs hatte sein Amt niedergelegt.

Die Affäre hatte im Februar dieses Jahres zum Entzug des Spendensiegels geführt, das ein Garant für die Seriosität einer Hilfsorganisation ist. Die Spendeneinnahmen waren um bis zu 20 Prozent zurückgegangen. Auch der abgewählte Interims-Vorsitzende Reinhard Schlagintweit hatte öffentlich "echte Fehler" eingeräumt.

Heraeus ist seit 1983 Vorsitzender der Geschäftsleitung der W. C. Heraeus GmbH in Hanua. Er stammt aus einer Unternehmerfamilie. Der Edelmetall- und Technologie-Konzern Heraeus beschäftigt etwa 10.000 Mitarbeiter und erzielt im Jahr mehr als 9 Milliarden Euro Umsatz.

Die heutige Holdingstruktur mit fünf relativ selbstständigen Tochterfirmen, wurde auf Heraeus' betreiben errichtet. Ziel dieser Konstruktion ist es, große Expansionsmöglichkeiten zu schaffen und gleichzeitig die Kontrolle des Unternehmens in Familienhand zu sichern. Heraeus sitzt überdies im Aufsichtsrat von MG Technologies.

Der Enkel des Firmengründers wurde wurde 1936 geboren. Er hat fünf Töchter und verbringt seine Freizeit unter anderem mit Skilaufen und Segeln.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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