Merck KGaA Chemie-Chef geht

Beim Pharma- und Spezialchemiekonzern steht mit dem Weggang von Chemievorstand Walter Zywottek eine Verkleinerung der Geschäftsleitung an. Mit der Demission verkleinert Merck KGaA zur Jahresmitte die Geschäftsleitung von fünf auf vier Mitglieder.

Frankfurt - Beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA  kommt es überraschend zu einem Wechsel in der Geschäftsleitung. Chemie-Chef Walter Zywottek werde zum 1. Juli in den Ruhestand gehen, teilte Merck am Donnerstag in Darmstadt mit.

Zum Nachfolger des 60-Jährigen sei Bernd Reckmann bestellt worden. Der 53-jährige Reckmann ist in der Geschäftsleitung bisher für Produktion und Technik sowie für die Werkleitungen Darmstadt und Gernsheim zuständig. Diese Aufgaben soll er auch in seiner neuen Funktion behalten.

Mit dem Umbau des Chemiegeschäfts verkleinert Merck die Geschäftsleitung von fünf auf vier Mitglieder. Neben Merck-Chef Kley und Reckmann gehören zum Management dann noch Finanzchef Michael Becker und Elmar Schnee, der das Pharmageschäft leitet.

"Mit Walter Zywottek geht ein echter Merck-Weltbürger in den wohlverdienten Ruhestand", sagte Konzernchef Karl-Ludwig Kley anlässlich der Demission. Zywottek war seit 2005 in der Geschäftsleitung zuständig für die Chemie und persönlich haftender Gesellschafter der Merck KGaA. Der gelernte Industriekaufmann war seit 40 Jahren bei Merck in verschiedenen Funktionen beschäftigt. Unter anderem leitete er die Labordistribution, von der sich Merck vor einigen Jahren getrennt hatte.

Zywotteks Nachfolger Reckmann ist seit Januar 2007 persönlich haftender Gesellschafter und Mitglied der Merck-Geschäftsleitung. Reckmann hatte seine Karriere 1986 in der Diagnostika-Forschung bei Merck gestartet.

Ab Mitte des Jahres gebe es für das Chemiegeschäft - wie bereits im Unternehmensbereich Pharma - eine einheitliche Leitung für die beiden Chemie-Sparten sowie für die Chemie-Produktion und die Geschäftsentwicklung. 2007 erzielte das seit Juni 2007 im Dax gelistete Traditionsunternehmen mit seinem Flüssigkristallgeschäft, das zusammen mit Performance & Life Science Chemicals das Chemiegeschäft bildet, eine Umsatzrendite von 53,1 Prozent.

Allerdings erwartet das Familienunternehmen bei den Flachbildschirmen, in denen die Flüssigkristalle zum Einsatz kommen, einen härteren Wettbewerb. Die Gewinnspannen werden darunter ein wenig leiden. Für 2008 erwartet Konzernlenker Kley zwischen 47 und 52 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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