T-Systems-Vorstand Wieder einer weniger

Die angeschlagene Geschäftskundentochter der Deutschen Telekom hat sich von ihren Marketingchef verabschiedet. Udo Freialdenhofen ging wegen unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung von T-Systems. Ein weiterer Grund für den Abgang des 48-Jährigen dürfte der neue T-Systems-Chef Reinhard Clemens sein.

Hamburg - Udo Freialdenhofen, der Marketingchef von T-Systems, hat das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Das teilte T-Systems gestern mit. Grund für die Entscheidung seien unterschiedliche Ansichten über die strategische Ausrichtung von Kommunikation und Marketing in der Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom , hieß es in der Meldung weiter. Ein Nachfolger für Freialdenhofen stehe noch nicht fest.

Bei T-Systems war der Kommunikationsmanager seit Februar 2006. Vorher war Freialdenhofen Sprecher des Maut-Konsortiums Toll Collect. Bis 2003 hatte der Manager, der bei der Aachener Volkszeitung volontierte, für Sony  Deutschland gearbeitet, zuletzt als Kommunikationschef. Bis 2004 war er Chef einer Düsseldorfer Public-Relations-Agentur.

Im September vergangenen Jahres entschied die Telekom, dass Reinhard Clemens, vormals Deutschland-Chef des amerikanischen IT-Unternehmens EDS, T-Systems sanieren solle. Seit dieser Zeit haben bereits vier Manager die Telekom-Sparte verlassen.

Im Dezember vergangenen Jahres setzte Clemens durch, dass der 63-jährige Joachim Langmack neuer Vertriebschef wird. Im gleichen Monat wechselte Albert Henn, vorher Personalchef und Arbeitsdirektor T-Systems, als Zentralbereichsleiter HRSO Human Resources Strategy and Organisation, zum Personalvorstand der Telekom.

Im Januar legte Ulrich Kemp, zuständig für das operative Geschäft von T-Systems Business Services, aus persönlichen Gründen seinen Posten nieder. Kommissarischer Nachfolger wurde Norbert Hölzle, der seit 2004 in unterschiedlichen Führungspositionen bei T-Systems tätig war. Auch Hölzle hat das Unternehmen inzwischen jedoch verlassen, wie ein Firmensprecher gegenüber manager-magazin.de bestätigte. Einen Nachfolger gebe es nicht, da der Posten im Zuge von Umstrukturierungen weggefallen sei.

Schon vorher hat eine Reihe von Manager T-Systems den Rücken gekehrt. Im Mai 2007 war der damalige T-Systems-Chef Lothar Pauly wegen einer möglichen Verstrickung in die Schmiergeldaffäre um Siemens  zurückgetreten. Im Juni ging dann der Leiter des Automobilbereichs der Geschäftskundensparte, Hans-Jürgen Schwerhoff, im Juli Axel Knobe, zuständig für Vertrieb und Kundenbetreuung.

manager-magazin.de

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