Leica Ex-Chef klagt gegen Entlassung

Bis Ende Februar war Steven K. Lee der Lenker des Kamerabauers Leica. Dann übernahm Andreas Kaufmann, Geschäftsführer der Mehrheitseigentümerin ACM, den Chefposten. Nun klagt Lee gegen seine Abberufung.

Frankfurt am Main - Der abberufene Vorstandschef des Kameraherstellers Leica , Steven K. Lee, hat Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber eingereicht. Lee ziehe wegen seiner Abberufung vor Gericht, die er nicht für rechtmäßig halte, sagte ein Sprecher Lees am Dienstag und bestätigte damit einen Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ/Mittwoch).

Lee werde in dieser Angelegenheit von der Frankfurter Kanzlei Faegre & Benson vertreten. Leica selbst wollte sich am Dienstag zu dem Fall nicht äußern.

Abmachungen zwischen Lee und der Leica-Mehrheitseigentümerin ACM  aus Salzburg seien nicht eingehalten worden, sagte Lees Sprecher. Eine gütliche Einigung sei gescheitert. Ein Angebot für eine Abfindung von Leica habe Lee abgelehnt, weil es nicht akzeptabel gewesen sei und ihm nur wenige Stunden für eine Unterzeichnung eingeräumt worden seien. Nun solle das Gericht entscheiden, ob die Abberufung Lees wirksam oder unwirksam sei.

Lee war im Februar - mitten in der Sanierung des Optikunternehmens mit Sitz im mittelhessischen Solms - nach nur 15 Monaten an der Spitze abberufen worden. Unter seiner Führung hatte Leica im Geschäftsjahr 2006/2007 erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Leica, Pionier der Kleinbildfotografie, hatte Ende der 90er Jahre den Einstieg in die Digitalisierung verpasst und war deshalb in eine Existenzkrise geraten. Das Unternehmen hat etwa 1.000 Beschäftigte, davon arbeiten gut 400 in Solms.

Neuer Leica-Vorstandschef ist ACM-Geschäftsführer Andreas Kaufmann. Nach letzten Angaben hält ACM 96,5 Prozent der Anteile. ACM will Leica komplett übernehmen und die Minderheitsaktionäre per Barabfindung aus dem Unternehmen drängen. 15 Kleinaktionäre klagen gegen einen Beschluss der Leica-Hauptversammlung vom November zur Zwangsabfindung (Squeeze-out) der Minderheitsaktionäre. Der Prozess am Landgericht Frankfurt wird am 5. August fortgesetzt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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