VTB Deutschbanker abgeworben

Das russische Geldhaus VTB hat mindestens einen hochkarätigen Banker von der Deutschen Bank abgeworben, weitere könnten folgen. Die zweitgrößte Bank Russlands will das Investmentbanking aufbauen und den etablierten Wettbewerbern Marktanteile abjagen.

Moskau - Der bisherige Vizechef des Frankfurter Instituts in Russland, Juri Solowiew, soll künftig das Kapitalmarktgeschäft der Vneshtorgbank (VTB) verantworten, wie die staatlich kontrollierte Bank in Moskau mitteilte.

Finanzkreisen zufolge dürfte der 37-Jährige weitere Banker des Instituts mitnehmen. Nach einem Bericht der Zeitung "Vedomosti" wirbt die VTB das halbe russische Analystenteam der Deutschen Bank  ab. Deutschlands größtes Geldhaus lehnte eine Stellungnahme ab. Mit der neuen Investmentbank will die VTB den am Heimatmarkt etablierten Wettbewerbern wie der Deutschen Bank Marktanteile abjagen.

In den nächsten beiden Jahren sollten 500 Millionen Dollar in dieses Geschäft investiert werden, sagte VTB-Chef Andrej Kostin. Insgesamt wolle VTB in diesem Zeitraum 400 Mitarbeiter einstellen. Die Bank hofft, mit dem Aufbau des Investmentbankings stärker von dem überdurchschnittlichen Wachstum in Russland und vielen ehemaligen Sowjet-Republiken profitieren zu können.

Trotz der Investition bekräftigte Kostin die Gewinnziele der Bank. Das Investmentbanking solle im besten Fall im zweiten Jahr und bei pessimistischen Annahmen im dritten Jahr profitabel sein. Der Boom der Wirtschaft habe die Nachfrage nach Fusions- und Investitionsberatungen sowie Wertpapieremissionen kräftig erhöht, erklärte die Bank.

Kostin betonte, er sehe noch großes Potenzial in diesen Märkten. Analysten bezweifelten, dass VTB mit dieser Strategie Erfolg hat. Die Nachricht sei daher eher negativ, sagte Leonid Sliptschenko von Uralsib. Die Summe sei groß, ebenso das Risiko zu Scheitern, das mit der Strategie verbunden sei.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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