Sonntag, 20. Oktober 2019

Politik Metzger kandidiert für die CDU

Oswald Metzger will bei der Bundestagswahl 2009 für die CDU kandidieren. Der ehemalige Grünen-Politiker sieht die Partei als Plattform, bei denen seine marktwirtschaftlichen Überzeugungen einen größeren Raum einnähmen als bei den Grünen.

Biberach - Der frühere Grünen-Politiker Oswald Metzger aus Baden-Württemberg tritt in die CDU ein. Dies teilte der ehemalige Landtags- und Bundestagsabgeordnete am Dienstag in Biberach mit. Im kommenden Jahr will der 53 Jahre alte Finanzexperte wieder für den Bundestag kandidieren.

Der Politiker war Ende November vergangenen Jahres bei den Grünen nach gut 20 Jahren Mitgliedschaft ausgetreten. Metzger sagte, er habe am Dienstag seinen Aufnahmeantrag bei der CDU gestellt. Die Aufnahme selbst dürfte nach seinen Worten reine Formsache sein, auch wenn er noch mit niemandem von seiner künftigen Partei gesprochen habe. Metzger will sich um ein Bundestagsmandat für den Wahlkreis Biberach bewerben.

Von grün zu schwarz:
Finanzpolitiker Metzger
Der Finanzexperte hatte seinen Austritt aus den Grünen unter anderem mit den Beschlüssen des Bundesparteitags in Nürnberg zur Sozialpolitik erklärt. Vor dem Parteitag hatte Metzger, der sowohl von der CDU als auch von der FDP umworben worden war, erklärt, viele Sozialhilfeempfänger sähen ihren Lebenssinn darin, "Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen". Metzger sagte nun: "Als Berufspolitiker habe ich mich stets für die Grundprinzipien der marktwirtschaftlichen Ordnung eingesetzt: Freiheit, Wettbewerb und Subsidiarität."

"Ich brauche den Resonanzraum der Heimat", sagte Metzger, der auch von der FDP im Saarland und in Ostdeutschland umworben worden war. Scheitert er mit seiner Nominierung als CDU-Kandidat will er sich aus der Berufspolitik zurückziehen.

Das Christliche in der CDU ist für ihn kein Problem. Metzger sagte, mit zehn Jahren habe er Pfarrer werden wollen. Seine Schulzeit verbrachte er zum großen Teil in einem katholischen Internat. Bis zur Nominierung am 1. Juli will der Finanzpolitiker noch einmal richtig durchstarten, um die Leute in seiner Heimat zu überzeugen.

Er warnte vor einer ausufernden Staatsverschuldung und neuen finanziellen Belastungen der nachfolgenden Generationen. " Reformen werden zurückgenommen oder ausgesetzt." Als Beispiel nannte er die Verlängerung des Arbeitslosengeldes für ältere Beschäftigte oder die jüngst angekündigte Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors bei der Rente.

Der Politiker vertrat für die Grünen bis zu seinem Austritt den Wahlkreis Biberach im Stuttgarter Landtag. Das Mandat gab er im Februar ab. Zwischen 1994 und 2002 saß Metzger für die Grünen im Bundestag und bekleidete dort die Funktion des haushaltspolitischen Sprechers.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung