Alitalia Berlusconis Gegenofferte

Im Ringen um die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hat Oppositionsführer Silvio Berlusconi italienische Investoren zu einer Gegenofferte zum Angebot von Air France-KLM aufgerufen. Die Alitalia-Aktie wurde daraufhin vom Handel ausgesetzt.

Mailand - Das Gebot von Air France-KLM  sei "inakzeptabel", sagte Silvio Berlusconi der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Ein Konsortium für eine Gegenofferte könnte vom Alitalia-Konkurrenten Air One angeführt werden und von der Großbank Intesa SanPaolo  finanziert werden.

Die Bank wolle noch an diesem Donnerstag über einen solchen Schritt entscheiden, sagte Berlusconi. Auch seine eigene Familie würde sich an einer Gegenofferte beteiligen, kündigte der Politiker an, der als reichster Mann Italiens gilt. Zudem wisse er von arabischen Investoren, die an einer Minderheitsbeteiligung interessiert wären.

Berlusconi kann sich Meinungsumfragen zufolge gute Chance ausrechnen, bei der Wahl im April Premierminister Romani Prodi abzulösen und selbst an die Regierungsspitze zurückzukehren. Italiens Minister für Wirtschaftsentwicklung, Pier Luigi Bersani, bezeichnete Berlusconis Äußerungen zu Alitalia dem Blatt zufolge als "verantwortunglos".

Die Alitalia-Aktien  sind nach plus 9,22 Prozent auf 0,3375 Euro vom Handel ausgesetzt worden. Marktteilnehmer verwiesen auf die Aussagen Berlusconis, die die Hoffnung genährt hätten, dass italienische Bieter als Alternative zum Übernahmeangebot von Air France-KLM zum Zuge kommen könnten. Seit der Offerte der französisch-niederländischen Fluggesellschaft verloren Alitalia-Papiere rund 50 Prozent an Wert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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