Donnerstag, 2. April 2020

Datenmüll Karrierekiller Internet

Immer mehr Headhunter und Personalchefs prüfen mithilfe von Suchmaschinen die Profile potenzieller Bewerber. Wer im Web unvorsichtig ist, kann seinen Traumjob unter Umständen schnell abhaken. Denn jeder hinterlässt Spuren, das Netz vergisst nichts. Unterdessen gibt es aber Möglichkeiten, dem Karrierekiller Internet zu begegnen.

Berlin - Suchmaschinen befördern meist einen Wust biographischer Splitter einer Person ans Tageslicht. Das weiß jeder, der schon einmal im Internet nach einem alten Schulfreund geforscht und ein virtuelles Puzzle erhalten hat: Eine Schatzmeistertätigkeit im Tischtennisverein des Sohnes hier, ein verwackeltes Partyfoto aus Studententagen da, außerdem das Werbeplakat für einen Diavortrag über Grönland.

Google-Gau: Wer im Web unvorsichtig ist, gefährdet seine Karriere
Das ein oder andere Detail seiner Web-Biographie möchte man jedoch lieber wieder löschen. Besonders, wenn es zum Karriererisiko werden kann.

Bereits ein Drittel aller Headhunter prüft die virtuellen Fingerabdrücke von potenziellen Mitarbeitern mit Hilfe von Google Börsen-Chart zeigen oder der Personensuchmaschine Yasni, bevor die Einladung zum Vorstellungsgespräch rausgeht. Das ergab eine Befragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) im Herbst vergangenen Jahres. Und mehr als 50 Prozent aller Headhunter hat schon einmal infolge der Recherche einen Kandidaten noch vor dem persönlichen Treffen aus dem Rennen geworfen.

Die Bedeutung dieses webbasierten Auswahlverfahrens steigt in dem Maße, in dem die allgemeine Internetnutzung zunimmt und immer mehr Anbieter von Online-Communities auf den Markt drängen. In der vergangenen Woche startete die deutsche Seite des weltweit zweitgrößten Anbieters Facebook, der zum Marktführer MySpace aufschließen will. Der deutsche Marktführer StudiVZ stellte sein neues Portal MeinVZ für junge Berufstätige schon einige Tage vorher ins Netz.

Community-Seiten werden vor allem unter jungen Menschen immer populärer. Vier von zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben bereits ein Profil bei einem Online-Netzwerk, fünf von sechs nutzen das Netz laut Forsa täglich oder mehrmals pro Woche. Wer auf den virtuellen Streifzügen durch Blogs, Foren und Communities unvorsichtig ist, demontiert seine eigene Reputation. Ob nun dümmliche Kommentare oder peinliche Fotos - das Netz vergisst nichts.

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