Managergehälter Satte Aufschläge

Die Bezüge von Dax-Vorständen sind im vergangenen Jahr erneut kräftig gestiegen. Im Ranking der bislang veröffentlichten Gehälter belegt das Siemens-Duo Klaus Kleinfeld/Peter Löscher den Spitzenplatz.

Berlin - Durchschnittlich erhielten die Führungskräfte knapp 2,9 Millionen Euro, rund 400.000 Euro mehr als im Jahr zuvor, wie die "Welt am Sonntag" auf der Grundlage eigener Berechnungen vorab berichtete. Sie stützt sich auf die Geschäftsberichte der 14 Dax-Unternehmen, die ihre Zahlen bereits veröffentlichten.

Mit einem durchschnittlichen Zuwachs von rund 14 Prozent lagen die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft demnach vor dem der Arbeitnehmer, deren Lohn- und Gehaltszuwachs mit durchschnittlich 1,4 Prozent unter der Inflationsrate lag. In drei der vergangenen vier Jahre hätten die Topmanager zweistellige Zuwächse bei ihren Bezügen erreicht, schrieb die Zeitung. Von 2003 bis heute hätten die Vorstandsgehälter durchschnittlich um 40 Prozent zugelegt.

Das Ranking der bisher 14 Dax-Vorstandschefs führt das Duo Klaus Kleinfeld/Peter Löscher (Siemens ) mit zusammen 8,79 Millionen Euro an. Es folgt Dieter Zetsche von Daimler  mit Barzahlungen und einer aktienbasierten Vergütung im Gesamtwert von 8,55 Millionen Euro. Platz drei geht an Harry Roels und Jürgen Großmann (RWE ) mit zusammen 5,605 Millionen Euro.

Die Plätze vier bis zehn: Wulf Bernotat (Eon , 5,332 Millionen Euro), Werning Wenning (Bayer , 4,444), Klaus Zumwinkel (Deutsche Post , 4,311), Herbert Hainer (Adidas , 4,183), Ekkehard Schulz (ThyssenKrupp , 4,002), Ulrich Lehner (Henkel , 3,376) sowie Hakan Samuelsson (MAN , 3,286 Millionen Euro).

In den kommenden Wochen werde sich die Rangliste aber noch stark verändern, da Josef Ackermann (Deutsche Bank ), Henning Kagermann (SAP ) und Wolfgang Reitzle (Linde ) noch fehlten, schrieb die Zeitung. Deshalb sei es möglich, dass die durchschnittliche Vergütung für 2007 erstmals über drei Millionen Euro gestiegen sei, hieß es in dem Bericht.

Aktionärsschützer zeigten Verständnis für den erneuten Anstieg. "2007 war ein außergewöhnlich gutes Jahr", sagte Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger laut "Welt am Sonntag". Auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sieht keinen Anlass zur Klage: "Wir dürfen nicht auf der einen Seite verlangen, dass die Bezüge an den Gewinnkennzahlen ausgerichtet werden sollen, und andererseits kritisieren, wenn in wirtschaftlich guten Zeiten die Gehälter ansteigen."

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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