Hugo Boss Vorstand verschnitten

Bei Hugo Boss geht der Exodus in der Führungsetage weiter. Produktionsvorstand Werner Lackas verlässt das Unternehmen, Ex-DPD-Chef Hans Fluri wird sein Nachfolger. Erst kürzlich hatte Vorstandschef Bruno Sälzer überraschend seinen Rückzug angekündigt. Er hatte sich mit dem Großaktionär Permira überworfen.

Metzingen - Der Modekonzern Hugo Boss  tauscht nach dem Vorstandschef nun auch den Produktionsvorstand aus. Werner Lackas scheide mit sofortiger Wirkung aus, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Sein Nachfolger wird Hans Fluri. Er ist damit verantwortlich für Einkauf, Produktion und Logistik.

Bis Ende Februar war Fluri Chef des Paketdienstes DPD. Vorgänger Lackas saß seit 1997 im Vorstand. Die Trennung erfolge "in bestem Einvernehmen". Weitere Angaben wollte Hugo Boss nicht machen.

Mitte Februar hatte Boss das Ausscheiden von Konzernchef Bruno Sälzer bekanntgegeben. Hintergrund ist die Übernahme des Modekonzerns durch den Finanzinvestor Permira. Der Investor hat im Zuge der Übernahme höhere Dividenden und eine höhere Verschuldung des Metzinger Unternehmens verlangt und war damit bei Sälzer auf Widerstand gestoßen. Die Suche nach einem Nachfolger für den Vorstandschef läuft nach Angaben des Unternehmens.

Der Vorsitzende des Boss-Aufsichtsrats, Guiseppe Vita, bezeichnete Fluri als "ideale Ergänzung des Vorstands". Fluri hat den Angaben zufolge 24 Jahre lang für den Zigarettenhersteller Philip Morris gearbeitet. Von 1993 bis 1999 war er als Präsident von Philip Morris Osteuropa für den Auf- und Ausbau des Geschäfts in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion verantwortlich. Danach hat er vier Jahre lang das Philip Morris Geschäft in Europa und das weltweite Duty Free Geschäft geführt.

Das Modeunternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr das Erreichen neuer Rekordmarken. 2007 kletterte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro. Der Gewinn lag bei 154 Millionen Euro nach 129 Millionen Euro im Vorjahr.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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