Siemens Ex-Vorstand Feldmayer vor Gericht

Im Zusammenhang mit der Siemens-AUB-Affäre ist spätestens bis zum Sommer mit einer Anklage gegen den früheren Siemens-Manager Johannes Feldmayer zu rechnen. Dann dürften auch die Ermittlungen gegen den früheren Chef der Arbeitnehmer-Organisation AUB, Wilhelm Schelsky, abgeschlossen sein.

Nürnberg - Ein Justizsprecher in Nürnberg wollte sich allerdings nicht auf einen genauen Zeitpunkt festlegen. "Die Staatsanwaltschaft strebt im Fall Feldmayer/Schelsky einen Verfahrensabschluss in der ersten Jahreshälfte an", sagte er. Feldmayer soll den Aufbau der AUB mit Millionenbeträgen aus der Siemens-Kasse finanziert haben.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wolle noch im Frühjahr wegen Untreue von Konzernvermögen gegen ihn Anklage erheben, berichtete auch die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf Justizkreise. Gegen Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky wird wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue ermittelt. Es sei davon auszugehen, dass es bei Feldmayer und Schelsky "noch im ersten Halbjahr zu einem Abschluss des Ermittlungsverfahren kommen wird", zitiert die Zeitung Justizsprecher Andreas Quentin.

Schelsky sitzt seit Februar 2007 in Untersuchungshaft. Auch Feldmayer war zeitweilig verhaftet worden, jedoch auf Kaution freigekommen. Er hatte einen Beratervertrag mit einer Beratungsfirma von Schelsky unterschrieben. Nach Ansicht der Ermittler waren die millionenschweren Zahlungen mit Billigung von Siemens-Managern tatsächlich aber für den Aufbau der Siemens  wohlgesonnenen Arbeitnehmerorganisation AUB bestimmt. Feldmayers Vorstandsvertrag war wegen der Affäre im Zuge des Konzernumbaus bei Siemens nicht mehr verlängert worden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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