Aker Yards Der Käptn muss von Bord

Nach überraschend hohen Verlusten zum Abschluss eines auftragstarken Jahres hat der norwegische Schiffbaukonzern Aker Yards seinen Chef gefeuert. Yrjö Julin wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Oslo - Der auch in Deutschland aktive Schiffbaukonzern Aker Yards hat sich wegen einer schlechten Bilanz für 2007 von seinem Vorstandschef Yrjö Julin getrennt. "Bei einem Umsatz von 34 Milliarden Kronen (rund 4,3 Milliarden Euro) keine einzige Krone zu verdienen - das spricht für sich selbst", sagte der Direktoriumsvorsitzende Svein Siversten am Montag bei der Vorlage der Zahlen fürs vierte Quartal.

Siversten wird die Aufgaben des entlassenen Julin übernehmen, bis ein neuer Konzernchef ernannt ist. Der Finne Julin hatte die Führung der größten europäischen Werft erst vor acht Monaten übernommen. Das Ergebnis im vierten Quartal blieb mit einem Minus von 500 Millionen Kronen (rund 63 Millionen Euro) vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen deutlich unter den Markterwartungen eines Fehlbetrags von 84 Millionen bis 234 Millionen Kronen.

Im Vergleichszeitraum des vorangegangenen Jahres hatte die Werft noch ein Plus von 401 Millionen Kronen erzielt. Dabei ging es dem Schiffsbau nach den Worten von Siversten in diesem Jahr so gut wie nie. "Der Markt für Kreuzfahrten ist nach wie vor heiß", sagte er. "Wir rechnen mit einem jährlichen Wachstum der Branche von 6 bis 8 Prozent."

Aker stößt seit längerem an Kapazitätsgrenzen. Wichtigster Grund für den negativen Geschäftsverlauf seien vor allem "operationelle Probleme" beim Bau von Kreuzfahrtschiffen auf den finnischen Tochterwerften sowie beim Schiffbau im norwegischen Florø gewesen, hieß es in Oslo.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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