Italien Fiskus knöpft sich Promis vor

Seit Monaten geht der italienische Fiskus hart gegen prominente Bürger vor: Radprofi Mario Cipollini, Formel-1-Star Giancarlo Fisichella und Schauspielerin Ornela Muti mussten Millionen nachzahlen. Jüngstes Opfer: Hollands Nationaltrainer Marco van Basten. Er überwies 7,2 Millionen Euro an die Staatskasse.

Rom - Der italienische Fiskus hatte dem Niederländer Marco van Basten vorgeworfen, Werbeeinnahmen aus dem Jahr 1997 an der Steuer vorbei ins Ausland transferiert zu haben. Der ehemalige Stürmer des AC Mailand konnte mit der Zahlung von 7,2 Millionen Euro ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung vermeiden.

Immer mehr Stars geraten derzeit ins Visier der italienischen Steuerfahnder. Zuletzt hatte sich der siebenmalige Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi mit den Behörden auf eine Nachzahlung von insgesamt 35 Millionen Euro geeinigt. Sie hatten ihm vorgeworfen, seinen Wohnsitz im Jahr 2000 nur pro forma nach London verlegt zu haben, um weniger Steuern zahlen zu müssen. Radprofi Mario Cipollini zahlte 1,1 Millionen Euro, Ex-Skifprofi Alberto Tomba beglich 4,8 Millionen Euro, Formel-1-Star Giancarlo Fisichella 3,8 Millionen Euro. Gegen Diego Maradona und den neuen Trainer der englischen Fußball-Nationalmannschaft, Fabio Capello sind Verfahren anhängig.

Auch die italienische Schauspielerin Ornella Muti ist ins Visier der Steuerfahnder gerückt: Die gebürtige Römerin hatte 1994 ihren Wohnsitz nach Monte Carlo verlegt, soll nach Auffassung der Finanzbehörden jedoch weiter in Italien gelebt haben. Dies belegten zahlreiche Flugtickets der Diva: Von Reisen etwa in die USA oder nach Paris habe sie die Rückreise jeweils direkt nach Rom gebucht, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" vergangene Woche. Auch habe Muti niemals ihre Kreditkarten im Steuerparadies Monaco benutzt, "was für jemanden, der dort seinen Wohnsitz hat, sehr ungewöhnlich ist", hieß es. Muti selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen.

Für den Zeitraum 1995 bis 1998 sei sie von einem Gericht in Rom bereits zu einer Steuernachzahlung von einer Million Euro verurteilt worden. Für die Jahr 1999 und 2000 fordern die Fahnder nun weitere 1,3 Millionen Euro. Muti war 1977 durch den Skandalfilm "Die letzte Frau" berühmt geworden, in den 80er Jahren drehte sie mehrere Komödien mit Adriano Celentano.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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