Postbank Appel wird AR-Chef

Nachdem Frank Appel Post-Chef Klaus Zumwinkel als Konzernlenker nachgefolgt ist, übernimmt er nun dessen Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank. Im Hinblick auf einen möglichen Postbank-Verkauf betonte Appel, dass das Institut "eine selbstbewusste Rolle in der Konsolidierung des deutschen Bankensektors spielen werde."

Hamburg - Der Aufsichtsrat habe Post-Chef Frank Appel auf seiner turnusmäßigen Sitzung am Montag zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt, teilte die Postbank  mit. Zumwinkel hatte beide Posten im Zusammenhang mit den Untersuchungen wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vorzeitig abgegeben.

Der Aufsichtsrat hob die Verdienste Zumwinkels für die Postbank hervor, ohne die das Unternehmen heute nicht so erfolgreich etabliert wäre und dankte ihm für seine achtjährige Tätigkeit. Appel sagte mit Blick auf die aktuelle Frage der Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes, dass die Postbank über eine im Wettbewerb einzigartige Plattform verfügt: "Wir werden deshalb eine selbstbewusste Rolle in der Konsolidierung des deutschen Bankensektors spielen."

Aktuell wird immer wieder über einen möglichen Verkauf der Postbank spekuliert. Die Deutsche Bank  und die Commerzbank  haben zuletzt öffentlich ihr Interesse an einer Übernahme geäußert. Der Bund als Mehrheitsgesellschafter des Mutterkonzerns Deutschen Post  favorisiert eine nationale Lösung und strebt einen Verkauf noch in diesem Jahr an. Als weitere potenzielle Käufer gelten neben der Allianz  auch die holländische ING .

Die Gewerkschaft Verdi will sich auf der heutigen Aufsichtsratssitzung gegen einen Verkauf aussprechen. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass es im Fall eines Verkaufs oder einer Fusion zu einem deutlichen Stellenabbau kommen werde. Vor allem Bereiche wie die Informationstechnik könnten davon betroffen sein. Die komplette Arbeitnehmerseite lehne einen Verkauf der Postbank ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.