Bremer Vulkan Mehr Geld für Hennemann

Es war eine der größten Pleiten in der Geschichte der deutschen Wirtschaft: Als der Bremer Vulkan 1996 Insolvenz anmeldete, hinterließ die Werft Schulden in Millionenhöhe. Einer der Verantwortlichen für den spektakulären Konkurs: Ex-Konzernchef Friedrich Hennemann. Nun erstritt Hennemann vor Gericht mehr Geld.

Hamburg - Das Land Bremen muss dem ehemaligen Chef der Bremer Vulkan-Werft, Friedrich Hennemann, nachträglich 175.000 Euro plus Zinsen an Versorgungsbezügen zahlen. Das entschied das Verwaltungsgericht Bremen am Donnerstag. Der Vulkan-Konzern hatte von 1987 bis 1995 für Hennemann an das Land Bremen Zuschläge für seine spätere Pension gezahlt. Diese bekam er aber nie ausgezahlt. Nach Ansicht von Hennemann bereicherte sich das Land damit ungerechtfertigt.

Vor Gericht ging es um die Frage, ob das eingezahlte Geld Hennemann oder theoretisch der 1996 in Konkurs gegangenen Werft zusteht. Richter Ingo Kramer urteilte, die Beiträge müssten an Hennemann zurückgezahlt werden, da sie Teil seines Arbeitslohns waren. Es habe einen rechtmäßigen Vertrag gegeben, worin sich das Unternehmen verpflichtete, die Versorgungszuschläge als Bestandteil von Hennemanns Bezügen zu leisten. Somit mache es keinen Unterschied, ob der Vulkan das Geld erst an Hennemann auszahlte und dieser das Geld weiterleitete oder ob die Werft das Geld direkt an das Land überwies. Der Anwalt des Landes Bremen kündigte an, in die Berufung zu gehen.

Der heute 71-Jährige hatte 1987 den Vorstandsvorsitz des Werftkonzerns übernommen und bis zum 11. September 1995 an dessen Spitze gestanden. Davor war er Senatsdirektor für Wirtschaft. Zur Absicherung der Versorgungsansprüche Hennemanns als Politiker zahlte die Bremer Vulkan an das Land Bremen regelmäßig Beiträge. Nun fordert Hennemann das Geld zurück. Dabei soll es laut Medienberichten um 200.000 Euro gehen. Nach Ansicht von Hennemann hat sich das Land ungerechtfertigt bereichert.

Das Gericht hatte sich bereits im Oktober 2007 mit der Klage Hennemanns beschäftigt. Es war damals zu keinem Ergebnis gekommen. Das Land Bremen hatte einen Vergleich abgelehnt. Das Bundesverwaltungsgericht hatte in einem anderen Verfahren im Jahr 2005 entschieden, dass Hennemann keinen Anspruch auf Beamtenpension durch das Land Bremen habe. Damit blieb seine Klage auf Altersbezüge von rund 5000 Euro monatlich in allen Instanzen erfolglos. Vor dem Verwaltungsgericht fordert Hennemann deshalb zumindest die Auszahlung der geleisteten Versorgungszuschläge.

Hennemann beschäftigt die Justiz bereits seit Jahren. Im Jahr 2005 war er vom Amtsgericht Bremen wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 18.000 Euro verurteilt worden.

Im Dezember 2001 war er vom Landgericht Bremen zusammen mit zwei weiteren Managern der 1996 in Konkurs gegangenen Bremer Vulkan wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Manager sollen Fördermittel von damals rund 854 Millionen Mark (knapp 437 Millionen Euro) rechtswidrig im Gesamtkonzern eingesetzt haben. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung waren in Revision gegangen. Der Bundesgerichtshof hob 2004 das Urteil auf. Der Prozess muss wieder aufgerollt werden.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.