Otto Beisheim Ungeehrt in Mülheim

Der 84 Jahre alte Multimilliardär und Metro-Gründer Otto Beisheim verzichtet auf den Ehrenring der Stadt Mülheim. Vor Beisheim hatte bereits Aldi-Gründer Karl Albrecht die Auszeichnung ausgeschlagen. Nun bleibt nur noch ein Mitglied der Mülheimer Milliardärsliga, dem der Ehrenring verliehen werden kann.

Mülheim/Ruhr - Otto Beisheim, Mitbegründer des Handelskonzerns Metro , will den Ehrenring der Stadt Mülheim nicht. Die telefonische Absage sei am Dienstagabend im Rathaus eingegangen, bestätigte ein Stadtsprecher am Mittwoch einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Der 84 Jahre alte Multimilliardär habe mit diesem Schritt Schaden abwenden wollen von der Stadt und deren Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD), die wegen der geplanten Auszeichnung Beisheims zunehmend unter Druck geraten sei. Beisheim selbst befindet sich nach Angaben seiner Stiftung im Ausland und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Anlässlich des 200-jährigen Stadtjubiläums hatte Mülheim den Ehrenring an insgesamt drei Unternehmer-Persönlichkeiten verleihen wollen, darunter Beisheim, der in der Stadt 1964 den ersten Metro-Markt gegründet hatte. Am 6. März habe der Rat der Stadt auf mehrheitlichen Vorschlag der Ehrenkommission abschließend über die Ehrung Beisheims entscheiden sollen, sagte der Sprecher.

Zuvor habe die Stadt den Leiter des Mannesmann-Archivs in Mülheim, Professor Horst A. Wessel, beauftragt, die Rolle Beisheims unter der Herrschaft der Nationalsozialisten zu klären. Beisheims SS-Vergangenheit war bereits Ende 2005 öffentlich diskutiert worden, als er die Millionenförderung eines bayerischen Gymnasiums mit der Umbenennung der Schule auf seinen Namen verknüpfen wollte.

Vor Beisheim habe bereits Aldi-Gründer Karl Albrecht die Auszeichnung ausgeschlagen, weil er grundsätzlich keine Ehrungen entgegennehme, sagte der Stadtsprecher: "Jetzt ist nur noch einer übriggeblieben." Am 30. September werde der Ehrenring der Stadt an Tengelmann-Seniorchef Erivan Haub verliehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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