UBS Mach's noch einmal, Marc

Marc Ospel, beim Schweizer Bankkonzern verantwortlich für Milliardenverluste, soll erneut UBS-Präsident werden - allerdings nur für ein Jahr. Mit dieser Regelung ebnet die Bank den Weg für einen möglichen Rücktritt Ospels. Sein potenzieller Nachfolger, Fiat-Chef Sergio Marchionne, wurde unterdessen UBS-Vizepräsident.

Zürich - Der UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel wird vom Verwaltungsrat der Bank zur Wiederwahl auf ein Jahr vorgeschlagen. Auch für die Verwaltungsräte Peter Voser und Lawrence Weinbach werde die Wiederwahl auf der ordentlichen Generalversammlung vom 23. April beantragt, teilte die Schweizer Bank am Donnerstag mit.

Fiat-Chef Sergio Marchionne wurde zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrates ernannt. Am Markt wird immer wieder spekuliert, dass Marchionne in naher Zukunft Ospel ablösen könnte. Nach Angaben von Fiat  ändert sich für Marchionne mit der neuen Funktion bei UBS  nichts an der Rolle beim italienischen Autobauer. Beobachter werteten dies als Zeichen, dass Marchionne nicht darauf dränge, demnächst UBS-Präsident zu werden.

Die UBS ist die von der US-Hypothekenkrise am stärksten betroffene europäische Bank. Milliarden-Abschreiber führten 2007 zu einem Verlust von 4,38 Milliarden Franken (2,75 Milliarden Euro) und zu Forderungen von Anlegern, Ospel solle seinen Stuhl räumen. Ospels Amtszeit läuft an der ordentlichen Generalversammlung vom 23. April ab. Bisher war unklar, ob er sich wieder für eine volle Amtszeit zur Wahl stellen würde.

Ospel habe nun dem Verwaltungsrat den Vorschlag gemacht, dass alle Verwaltungsräte nur noch für ein Jahr statt der bisherigen drei Jahre gewählt werden. "Es ist besser den Aktionären eine echte, der Situation angebrachte Wahl zu offerieren", sagte ein UBS-Sprecher mit Blick auf Ospel. "Er hat noch einen Job zu machen und der Verwaltungsrat steht hinter ihm."

Die UBS hat das Problem, dass sich aus dem gegenwärtigen Verwaltungsrat mangels Bankenerfahrung niemand für die Ospel-Nachfolge aufdrängt. Neben Marchionne war auch der Schweizer Peter Voser als möglicher Kandidat genannt worden. Voser, der Finanzchef des Ölkonzerns Shell  ist, übernimmt im UBS-Verwaltungsrat mit der Leitung des Audit-Komittees ebenfalls mehr Verantwortung.

Die Bank hat nach dem missglückten Ausflug in das Geschäft mit amerikanischen Ramschhypotheken im Bereich Fixed Income mehr als 20 Milliarden Franken abschreiben müssen und sitzt immer noch auf wackeligen Positionen, die sich Ende November auf rund 29 Milliarden Dollar oder rund 32 Milliarden Franken beliefen. Die Positionen werden in eine spezielle Abwicklungsgesellschaft eingebracht. Deswegen wird die UBS wird zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Geschichte einen Verlust ausweisen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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