Reichste Russen Der 40-Milliarden-Russe

Oleg Deripaska, Industrieller und Freund von Wladimir Putin, ist der mit Abstand reichste Mann Russlands. 40 Milliarden Dollar besitzt er, es könnten aber auch 50 sein. Damit wäre der Oligarch fast so reich wie Bill Gates, Warren Buffett oder Carlos Slim. Auch die Vermögen anderer Oligarchen wuchsen im vergangenen Jahr kräftig.

Moskau - Das Vermögen des russischen Oligarchen Oleg Deripaska ist im Laufe des vergangenen Jahres nach Berechnungen des russischen Wirtschaftsmagazins "Finans" auf 40 Milliarden Dollar angestiegen. Damit steht Deripaska an der Spitze der 500 reichsten Russen.

Tatsächlich war Oleg Deripaska im vergangenen Jahr einer der aktivsten russischen Geschäftsleute. Der Besitzer der Industriegruppe "Basowy Element" hält seit dem Jahr 2007 Anteile am deutschen Baukonzern Hochtief  und an dessen österreichischem Konkurrenten Strabag . Zudem kaufte sich Deripaska beim kanadischen Autozulieferer Magna  und dem russischen Ölkonzern Russneft  ein.

Die Übernahme von russneft im Sommer 2007 war allerdings umstritten. Der damalige Besitzer Michail Guzerijew war wegen enormer Steuerrückforderungen des Kremls unter Druck. Eingedenk des Schicksals von Ex-Oligarch Michail Chodorkowski verkaufte Guzerijew seine russneft-Anteile weit unter Wert für drei Milliarden Dollar.

Anschließend klagte Guzerijew gegen Deripaska, weil er meinte, dieser habe ihn betrogen. Der genaue Marktwert von russneft wurde bisher nicht ermittelt. Sollte der Ölkonzern mehr wert sein als bisher angenommen, ist es möglich, dass auch die Schätzung von Deripaskas Vermögen angehoben werde – auf 50 Milliarden Dollar, schreibt "Finans".

Mit seinem Vermögen ist Deripaska nicht nur der reichste Mann Russlands, sondern gleichzeitig einer der reichsten Männer der Welt. Er wäre damit auf dem Vermögensniveau eines Bill Gates, Carlos Slim oder Warren Buffett angekommen. In der aktuellen "Forbes"-Liste würde Deripaska Ikea-Gründer Ingvar Kamprad von Platz vier verdrängen. Sollte sein Vermögen tatsächlich auf 50 Milliarden Dollar steigen, könnte er Buffett oder Slim sogar die Plätze streitig machen.

Glänzende Geschäfte mit Rohstoffen

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Aber auch der Zweiplatziert im ""Finans""-Ranking hätte noch beste Chancen, unter den TopTen der Reichsten der Welt zu landen. Roman Abramowitsch rangiert mit einem Vermögen von 23 Milliarden Dollar auf Rang zwei, in der "Forbes"-Liste würde er David Thomsohn, den Besitzer der Thomson-Group , von Platz zehn verdrängen.

Wegen des Preisanstiegs bei Metallen haben sich auch Wladimir Lissin vom Hüttenkombinat Nowolipezk und Severstal-Mogul Alexej Mordaschow mit jeweils 22,2 und 22,1 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr um einige Positionen verbessert und liegen nun auf den Plätzen drei beziehungsweise fünf.

Wladimir Potanin und Michail Prochorow, die gerade dabei sind, ihre Holding aufzuteilen, stiegen mit nun jeweils 21,5 Milliarden Dollar von den Plätzen drei und vier auf die Plätze sechs und sieben ab. Zugleich konnten die beiden ihr Vermögen im zurückliegenden Jahr um jeweils 50 Prozent erhöhen.

Der einzige Top-Ten-Newcomer im "Finans"-Ranking ist German Chan, Mitbesitzer der Alfa-Gruppe, der sich mit einem Vermögen von 15 Milliarden Dollar um zwei Plätze verbesserte und nun auf Rang zehn liegt. Die Alfa-Gruppe, die Holding von Michail Fridman, der mit 22,2 Milliarden Dollar knapp hinter der Spitzen-Troika geblieben ist, bleibt der teuerste "Oligarchen-Fonds".

Sulejman Kerimow, Besitzer der Gesellschaft Nafta-Moskva und ehemaliger Staatsduma-Abgeordneter, der heute die nordkaukasische Republik Dagestan im Föderationsrat vertritt, belegte Rang acht mit 18 Milliarden Dollar, gefolgt von Viktor Wekselberg mit 15,5 Milliarden Dollar, schreibt "Finans".

Auch Gattin sein lohnt sich

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Jelena Baturina, Gattin des Moskauer Oberbürgermeisters Juri Luschkow und nach wie vor die einzige Frau in der Top-500-Liste, rutschte mit ihren sieben Milliarden Dollar von Platz 17 auf Platz 27 ab.

Die am Gasproduzenten Novatek beteiligte Tatjana Kusnetsowa ist mit ihren fast bescheidenen anmutenden 490 Millionen Dollar gar nicht auf der Liste vertreten. Der im vergangenen Jahr auf die Fahndungsliste gesetzte Ölunternehmer Michail Guzerijew, Ex-Besitzer von russneft, sank mit einem Vermögen von vier Milliarden Dollar um 21 Positionen auf Platz 44 ab.

31 Stufen tiefer, auf Platz 80, landete der im britischen Exil lebende Ex-Oligarch Boris Beresowski mit 1,3 Milliarden Dollar. Dagegen kletterte Alischer Usmanow (13,3 Milliarden Dollar), Mitbesitzer der Gesellschaften Gasmetall und TelecomInvest sowie des britischen Fussballklubs Arsenal, um zwei Positionen auf Platz zwölf.

Damit liegt er knapp hinter dem Lukoil-Chef Wagit Alekperow mit 13,5 Milliarden Dollar. Neben Kerimow sind weitere fünf Repräsentanten des Föderationsrates sowie fünf Staatsduma-Abgeordnete in der Top-500-Liste zu finden. Außerdem belegt Ural Rachimow, Sohn des Präsidenten der Teilrepublik Baschkirien, mit 4,25 Milliarden Dollar den 43. Platz.

"Die Anzahl der Dollar-Milliardäre in Russland ist im vergangenen Jahr auf das Vierfache angewachsen", stellt ""Finans"" fest. Neben Kursgewinnen bescherten diverse Börsengänge Russland 40 neue Milliardäre. So waren etwa die Chefs der Immobilienholding PIK Group mit 6,5 Milliarden Dollar für ein Fünftel des gesamten IPO-Volumens in Moskau verantwortlich.

manager-magazin.de mit Material von ria novosti

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