China-Knigge Lächeln und Ja sagen

China wird als Wirtschaftsmacht immer wichtiger. Als Ausrichter der Olympischen Spiele 2008 rückt das Land noch weiter in den Mittelpunkt des internationalen Interesses. Wer in China Erfolg haben will, sollte allerdings einige Verhaltensregeln beherzigen.

Hamburg - Wer in China Geschäfte macht, taucht in eine Kultur ein, die so ganz anders ist als die westeuropäische. Und das macht die Verständigung untereinander nicht so einfach, auch wenn viele der jüngeren Chinesen Englisch sprechen.

Wie in den meisten anderen Ländern Asiens spielt auch im Reich der Mitte der höfliche Umgang untereinander eine sehr große Rolle. Das ist im Prinzip eine gute Sache, kann jedoch zwischen Chinesen und Europäern zu Missverständnissen führen. "In der chinesischen Gesellschaft ist es wichtig, sein Gesicht zu wahren und offene Unstimmigkeiten oder Unbehagen zu vermeiden", weiß China-Kenner Klaus Betz. Das Wort Nein werde aus diesem Grund möglichst vermieden, da die Atmosphäre damit nicht getrübt werden soll.

Das kann für Besucher aus unserem Kulturkreis schwierig werden, die eher direkte Antworten gewohnt sind. Egal, ob es sich um Fragen oder Antworten handelt: rüde Direktheit ist in China verpönt. Man nähert sich langsam und unter Austausch von Höflichkeiten an das Thema an, statt ohne Umwege darauf zuzusteuern.

Dabei sollte man stets ruhig bleiben, leise sprechen, viel lächeln und nicht mit den Armen herumfuchteln. Das gelte umso mehr, wenn es mal irgendwelche Probleme gibt, mahnt Betz: "Mit offen zur Schau getragener Verärgerung bringt man sein Gegenüber in Verlegenheit." Denn ein Chinese wisse überhaupt nicht, wie er damit umgehen soll.

Wer seine Stimme erhebe, lasse außerdem seinen Gesprächspartner, aber auch sich selbst das Gesicht verlieren. Kritik sollte deshalb immer ruhig und freundlich formuliert und nicht vor Dritten ausgesprochen werden.

In China ist darüber hinaus das Danken in Hierarchien fest verankert. Wenn man als Delegation auftritt, sollte vorher klar sein, wer für die gesamte Gruppe spricht. Hat man es mit mehreren chinesischen Geschäftspartnern zu tun, ist es wichtig herauszufinden, wie die Hierarchieverteilung aussieht - damit man seine Aufmerksamkeit nicht unwissentlich auf die falsche Person richtet. "Das gelingt am besten durch eine ausführliche Begrüßung und genaues Beobachten. Die Gastgeber lassen es einen schon wissen, wer das Sagen hat", ist die Erfahrung von Betz.

In Gesprächen sollte man nicht zu persönlich werden und die Intimsphäre wahren. Schwierige Themen wie Tibet, Taiwan oder die Menschenrechte sind nicht grundsätzlich ein Tabu. Man sollte sie jedoch vermeiden, wenn man sich in einem offiziellen Rahmen bewegt.

manager-magazin.de mit Material von ddp

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.