Gehaltsreport Was Banker verdienen

Die Spannbreite der Gehälter für leitende Angestellte in Banken ist groß. Sie reicht von 40.000 Euro bis zu über 200.000 Euro im Jahr. Am besten zahlen Privat- und Spezialbanken, am schlechtesten genossenschaftliche Institute. Während eine variable Vergütung Usus ist, müssen viele Topbanker auf einen Firmenwagen verzichten.

Hamburg - Im Durchschnitt kommt ein leitender Angestellter der ersten Ebene unter dem Vorstand einer Bank auf 124.000 Euro, auf der zweiten Ebene werden 91.000 Euro gezahlt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Managementberatung Kienbaum. Für die Erhebung wurden insgesamt 2176 Positionen in 114 Banken untersucht.

Zwischen Juli 2006 und Juli 2007 wuchsen der Untersuchung zufolge die Grundgehälter um durchschnittlich 2,9 Prozent. Dabei fiel die Steigerung in den Privatbanken mit 3,8 Prozent deutlich höher aus als in den öffentlich-rechtlichen Banken mit 2,4 Prozent.

Die Höhe der Gehaltssteigerung hängt auch vom Alter ab: Führungskräfte bis 30 Jahre erhielten eine Erhöhung der Grundvergütung um durchschnittlich 4,8 Prozent, bei den 50 bis 55 Jahre alten Führungskräften lag der Gehaltsanstieg mit 2,3 Prozent unter dem Durchschnitt.

Gehaltssteigerungen vom 1.7.2006 bis 1.7.2007nach Lebensalter*

Alter (in Jahren) private Geschäfts-banken Genossen-schafts-banken öffentlich-rechtliche Banken Spezial-banken alle Banken
bis 30 5,4 4,8 4,5 5,1 4,8
30 – 35 4,9 3,4 3,3 4,8 4,4
35 – 40 4,3 2,5 3,1 4,5 4,0
40 – 45 3,9 2,9 2,3 3,4 3,2
45 – 50 3,6 1,9 3,0 3,4 3,0
50 – 55 3,9 1,7 2,4 2,3 2,3
55 – 60 3,3 1,3 1,0 1,7 2,0
über 60 3,1 1,1 1,5 1,2 1,7
insgesamt 3,8 2,7 2,4 3,4 2,9
* Alle Angaben in Prozent
Quelle: Kienbaum:

Was Privat- und Spezialbanken zahlen

Was Privat- und Spezialbanken zahlen

Wie viel ein leitender Angestellter in einer Bank verdient, hängt maßgeblich vom Typ des Kreditinstituts ab. Private Geschäftsbanken zahlen am besten: Hier erhält eine Führungskraft der ersten Ebene Jahresgesamtbezüge in Höhe von 183.000 Euro. In Spezialbanken erzielt sie mit durchschnittlich 127.000 Euro ein ebenfalls überdurchschnittliches Jahresgesamtgehalt. Das untere Ende der Skala bilden die Genossenschaftsbanken, in denen Manager der ersten Ebene im Schnitt 86.000 Euro verdienen.

Wie in den meisten anderen Branchen hat auch im Bankensektor die Unternehmensgröße starken Einfluss auf die Gehaltshöhe. Je größer das Unternehmen – gemessen an Beschäftigtenzahl und Bilanzsumme – desto höher fallen die Bezüge der Führungskräfte aus. Über alle Bankenkategorien hinweg beträgt der Abstand bis zu 100 Prozent. Ein leitender Angestellter der ersten Ebene unter dem Topmanagement verdient in einer Bank mit einer Bilanzsumme von bis zu 250 Millionen Euro im Schnitt 99.000 Euro, in einem großen Institut (Bilanzsumme mehr als fünf Milliarden Euro) kommt er dagegen auf Jahresgesamtbezüge in Höhe von 161.000 Euro.

Gesamtbezüge* der 1. Ebene und 2. Ebene nach Positionen

Position 1. Ebene 2. Ebene
Außenorganisation
01 Leiter Geschäftsstelle 119 85
02 Leiter Firmenkundengeschäft 138 99
03 Leiter Privatkundengeschäft 123 80
Wertpapierbereich
04 Gesamtleitung 127 86
05 Privatkunden 101 87
06 Institutioneller Anleger 138 118
07 Firmen-/Geschäftskunden 135 111
08 Handel 124 123
Kreditbereich
09 Gesamtleitung 124 86
10 Privatkunden 102 89
11 Firmen-/Geschäftskunden 105 98
12 Baufinanzierung 113 95
Auslandsbereich
13 Gesamtleitung 114 91
14 Geld- und Devisenhandel 126 87
15 Auslandsfinanzierung 127 95
Organisation und EDV
16 Gesamtleitung 133 97
17 Organisation 122 86
18 Informationstechnologie 131 99
19 Anwendungsentwicklung 119 100
Personalbereich
20 Gesamtleitung 128 90
21 Personalentwicklung 108 95
Weitere Positionen
22 Abwicklung/Technik 103 75
23 Rechnungswesen 134 97
24 Revision 109 90
25 Controlling 128 99
26 Unternehmensplanung 125 100
27 Innenleitung/Administration 109 84
28 Recht/Steuern 138 103
29 Marketing/Vertrieb 138 97
30 Leiter Vorstandssekretariat 126 99
insgesamt 124 91
* Alle Angaben sind Durchschnittswerte in Tsd. Euro
Quelle: Kienbaum:

Mehr mit Diplom

Mehr mit Diplom

Das Ausbildungsniveau der Führungskräfte in Banken ist hoch. Insbesondere auf der ersten Führungsebene verfügt ein hoher Anteil von 23 Prozent der leitenden Angestellten über ein abgeschlossenes Hochschulstudium, darunter 3 Prozent mit Promotion.

Verteilung der Bruttomonatsgehälter*

Bruttomonatsgehalt (in Euro) 1. Ebene 2. Ebene
bis 2000 – –
2000 – 3000 .. 1
3000 – 4000 3 8
4000 – 5000 7 21
5000 – 6000 17 28
6000 – 7000 21 19
7000 – 8000 14 11
8000 – 9000 12 6
9000 – 10.000 7 3
10.000 – 11.000 6 1
11.000 – 12.000 5 1
12.000 – 13.000 3 ..
13.000 – 14.000 2 –
14 000 – 15 000 1 ..
über 15.000 2 ..
insgesamt 100 100
* Alle Angaben in Prozent
Quelle: Kienbaum:

Die Ausbildung zahlt sich aus: Ein leitender Angestellter der ersten Ebene mit Promotion kommt auf Gesamtbezüge von durchschnittlich 154.000 Euro, mit Universitätsdiplom auf 141.000 Euro, nur mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Bankkaufmann erhält er dagegen lediglich 102.000 Euro.

Das Jahresgrundgehalt bildet mit durchschnittlich 98.000 Euro (erste Ebene) beziehungsweise 78.000 Euro (zweite Ebene) die Basis der Vergütung der Führungskräfte. Die Anzahl der Zahlungen wird entweder entsprechend der Regelung für andere Mitarbeitergruppen oder aber nach praktischen Gesichtspunkten festgelegt. Zum Teil setzen sich die Banken bei den Führungskräften aber auch bewusst von den Regelungen im Tarifbereich ab. Führungskräfte erhalten ihr Jahresgrundgehalt am häufigsten in zwölf oder 13 Raten ausbezahlt, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeldzahlungen.

In den privaten Geschäftsbanken wird das Jahresgehalt überwiegend in zwölf monatlichen Raten gezahlt. In den Genossenschaftsbanken werden zumeist 13 Gehälter gezahlt. In den öffentlich-rechtlichen Banken dominiert die Zahlung von 14 Monatsgehältern. Bei den Spezialbanken werden hauptsächlich zwölf Monatsgehälter gezahlt.

Mit Blick auf die Karrieremöglichkeiten in Banken ergeben sich erhebliche Unterschiede je nach Geschlecht eines Mitarbeiters. Frauen sind mit einem Anteil von 11 Prozent auf der ersten und 21 Prozent auf der zweiten Führungsebene deutlich unterrepräsentiert. Doch nicht nur ihre Chancen, Führungspositionen zu besetzen, sind geringer. Auch ihre Vergütung fällt vergleichsweise niedriger aus. Weibliche Führungskräfte verdienen auf der ersten Führungsebene im Durchschnitt 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, auf der zweiten Ebene beträgt der Unterschied immer noch 15 Prozent.

Variable Vergütung und Firmenwagen

Variable Vergütung

Verbreitung und Höhe der variablen Vergütung differieren zwischen den Bankengruppen und liegen bei den Privatbanken am höchsten. Hier erhalten fast alle Führungskräfte der ersten Ebene und 94 Prozent der zweiten Ebene eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von durchschnittlich 28 Prozent beziehungsweise 24 Prozent der Gesamtvergütung.

Die niedrigste variable Vergütung erhalten Führungskräfte in Genossenschaftsbanken mit einer Verbreitung von 76 Prozent und einer Höhe von weniger als 10 Prozent. Drei Viertel der Führungskräfte gaben an, die variable Vergütung habe sich im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr erhöht, bei einem Viertel lagen sie entsprechend niedriger. 10 Prozent mussten hier sogar Einbußen in Höhe von 25 Prozent und mehr hinnehmen.

Firmenwagen nach Automarken*

privateGeschäfts-banken Genossen-schafts-banken öffentlich-rechtlicheBanken Spezial-banken
BMW 881 38 51 89
Audi 77 33 66 80
Mercedes 52 24 29 65
Opel 8 10 6 –
VW 38 41 18 –
sonstige 39 17 25 10
* Alle Angaben in Prozent der Unternehmen; Mehrfachnennungen möglich
1 Lies (bspw): In 88 Prozent der privaten Geschäftsbanken ist BMW als Dienstwagen vertreten.
Quelle: Kienbaum:

Die Verbreitung von Firmenwagen im Bankenbereich beträgt derzeit 52 Prozent auf der ersten und 23 Prozent auf der zweiten Ebene. Ein in der übrigen Privatwirtschaft übliches Niveau erreichen lediglich die privaten Geschäftsbanken mit 87 Prozent auf der ersten Ebene. Die übrigen Bankengruppen liegen hier noch deutlich hinter der Industrie zurück.

Das durchschnittliche Anschaffungsbudget (Bruttolistenpreis inklusive Extras, ohne Eigenanteil) liegt auf der ersten Ebene bei 40.000 Euro und auf der zweiten Ebene bei 34.000 Euro. In 47 Prozent der Fälle ist die Fahrzeugmarke beziehungsweise der Fahrzeugtyp vorgeschrieben. Firmenwagen sind zu etwa 55 Prozent geleast und zu etwa 45 Prozent Eigentum der Bank.

Die Privatnutzung ist in allen Bankensegmenten ganz überwiegend unbegrenzt gestattet. Privatfahrten sind überwiegend auch im Ausland möglich. Nur in wenigen Fällen, zumeist bei Genossenschaftsbanken, existieren Beschränkungen wie Begrenzung der Kilometerzahl pro Jahr, Ausschluss von Urlaubsfahrten oder dergleichen.

Die Kostenbeteiligung des Mitarbeiters an der privaten Nutzung des Dienstwagens geschieht mehrheitlich lediglich in Form der Versteuerung des geldwerten Vorteils. In wenigen Fällen sind in unterschiedlicher Form Beiträge für die Privatnutzung (Übernahme privater Benzinkosten, Kilometergelder, Pauschalbeträge und dergleichen) vom Berechtigten zu übernehmen.

manager-magazin.de

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.