VW Zwei Manager verlassen den Konzern

Michael Kern, seit Januar 2006 VW-Vorstand für Vertrieb, Marketing und den Bereich After Sales, hat einen neuen Job. Er wird neuer Vorstandschef der Autowerkstattkette ATU. Stefan Müller, Deutschland-Vertriebschef von VW, wechselt zeitgleich zum ADAC.

Hamburg - Die Kernmarke VW von Volkswagen  verliert ihren Vertriebschef. Michael Kern verlasse das Unternehmen zum 31. März auf eigenen Wunsch, teilte der Autobauer am Mittwoch in Wolfsburg mit. Kern wird zum 1. April 2008 neuer Vorstandsvorsitzender der Autowerkstattkette ATU.

Als Grund für Kerns Berufung nannte ATU dessen breite Erfahrung in Marketing und Vertrieb in der Auto-, Konsumgüter- und Dienstleistungsbranche. Ein ATU-Sprecher sagte, ein neuer Anlauf für einen Börsengang sei nicht geplant.

Anlässlich seines neuen Postens sagte Kern: "Ich möchte nicht nur den Wachstumskurs von ATU fortführen, sondern vor allem das Kerngeschäft im Bereich Kfz-Service und Ersatzteile weiterentwickeln." Für die Weiterentwicklung strebt ATU nach eigenen angaben auch eine Stärkung der Kapitalbasis an. ATU will Gespräche mit Banken und Investoren führen.

Ende vergangenen Jahres hatte Kerns Vorgänger Karsten Engel seinen Chefposten bei ATU geräumt. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge ging Engel auf Drängen des Finanzinvestors KKR , der verärgert über die Geschäftsentwicklung der Werkstattkette gewesen sein soll. Engel ist seit Anfang des Jahres Leiter Service weltweit bei BMW . Dort folgte er auf Hans-Ulrich Lindner, der in das Vorstandsressort Einkauf und Lieferantennetzwerk wechselt.

KKR hatte die Mehrheit an ATU im Frühsommer 2004 von Doughty Hanson übernommen, einer weiteren Beteiligungsgesellschaft. ATU betreibt in mehreren europäischen Ländern rund 620 Werkstätten und beschäftigt etwa 14.000 Mitarbeiter.

Europcar, Kamps, VW, ATU

Europcar, Kamps, VW, ATU

Der als umtriebig geltende, schwergewichtige Manager Kern war vor mehr als drei Jahren von der Bäckereikette Kamps  als Vertriebsvorstand zunächst zur Nutzfahrzeug-Sparte von VW gewechselt. Anfang 2006 wurde er im Markenvorstand für Vertrieb, Marketing sowie den Bereich After Sales im Personenwagen-Bereich der VW-Kernmarke. Von 1996 bis 2003 war er in unterschiedlichen Funktionen bei der damaligen VW-Tochter Europcar tätig gewesen, die 2006 an den französischen Finanzinvestor Eurazeo verkauft wurde.

Der 52-Jährige war vorübergehend als Kandidat für den Posten des Konzern-Vertriebschefs im Gespräch. Diese Funktion hatte vor kurzem der ehemalige Skoda-Chef Detlef Wittig vorübergehend übernommen. Auch für einen Führungsposten einer möglichen großen Lkw-Allianz aus Volkswagen, MAN  und Scania  war Kern potenzieller Anwärter.

Volkswagen will erst zu einem späteren Zeitpunkt über einen Nachfolger für Kern entscheiden. Das Unternehmen dankte Kern für seine Arbeit in den zurückliegenden Jahren.

An dem Erfolg von VW wird der Abgang von Kern nicht liegen. Seit Jahresbeginn kletterten die Auslieferungen um 11,4 Prozent auf 3,094 Millionen Fahrzeuge. "So viele Verkäufe nach elf Monaten eines Jahres gab es noch nie" hatte Kern damals stolz verkündet.

Ebenfalls zum 1. April kehrt Stefan Müller, Deutschland-Vertriebschef der Marke VW, dem Autohersteller den Rücken. Ein ADAC-Sprecher bestätigte im Gespräch mit manager-magazin.de einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" (Donnerstagausgabe). Müller übernimmt demnach die Geschäftsführung der Münchener Zentrale des ADAC. Ein VW-Sprecher wollte diesen Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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