SWMH Wechsel in Schaubs Machtzentrale

Richard Rebmann, Verleger des "Schwarzwälder Boten", wird neuer Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding. Die Holding ist die Machtzentrale von Dieter Schaub, einem der mächtigsten Medienmanager Deutschlands. Aktuell versucht Schaub, die "Süddeutsche Zeitung" zu übernehmen.

Stuttgart - Der Verleger des "Schwarzwälder Boten" in Oberndorf (Kreis Rottweil), Richard Rebmann, wird am 1. Januar 2008 neuer Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding GmbH (SWMH) in Stuttgart. Die Gesellschafterversammlung der SWMH habe Rebmann (49) zu ihrem Geschäftsführer berufen, teilte die Medien Holding am Freitag mit.

Er folgt Jürgen Dannenmann nach, der nach Vollendung des 60. Lebensjahres seine Ämter niederlegte. Rebmann wird künftig auch Geschäftsführer der neu gegründeten Zwischenholding Mediengruppe Süd GmbH mit Sitz in Stuttgart sowie der "Stuttgarter Zeitung", der "Stuttgarter Nachrichten" und weiterer Gesellschaften.

Die Familienholding Schwarzwälder Bote GmbH & Co.KG in Oberndorf bringt den Angaben zufolge ihre 90-prozentige Beteiligung an der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH (SBM) in die neu gegründete Zwischenholding ein. Die SWMH bringt ihren zehnprozentigen Anteil an der SBM sowie ihre gesamten Beteiligungen bis auf ihren Anteil an der Süddeutscher Verlag GmbH (München) ein. Die SWMH werde mit 82 Prozent an der Zwischenholding beteiligt sein, die Schwarzwälder Bote GmbH & Co.KG mit 18 Prozent.

Mit diesem Schritt führen beide Firmen ihre operativen Unternehmen unter einem Dach zusammen, heißt es in der Mitteilung der Medien Holding. Im Wesentlichen seien dies die Zeitungstitel "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und "Schwarzwälder Bote". Die Gesamtauflage inklusive Mantelpartnerzeitungen belaufe sich auf rund 530.000 verkaufte Exemplare. Im Übrigen gehörten zur Unternehmensgruppe Anzeigenblätter mit hoher Auflage, Druckereien, Rundfunkbeteiligungen und Online-Portale sowie Direktverteilunternehmen und Postdienstleister. Die Mediengruppe Süd GmbH hält darüber hinaus zahlreiche weitere Beteiligungen an Verlagsunternehmen.

Die Südwestdeutsche Medien Holding hatte am 5. Dezember die Übernahme des Süddeutschen Verlags ("Süddeutsche Zeitung") beim Bundeskartellamt angemeldet. Derzeit hält sie 18,75 Prozent am Süddeutschen Verlag.

Wie das manager magazin im November exklusiv berichtete, wollen neben Schaub auch Dieter von Holtzbrinck und Stefan von Holtzbrinck den Süddeutschen Verlag übernehmen. Weitere Kaufinteressenten sind die Verlage DuMont Schauberg ("Kölner Stadt-Anzeiger") und die WAZ-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine") sowie die Beteiligungsfirmen Apax und Veronis Suhler Stevenson.

Die von Credit Suisse  geführten Verkaufsverhandlungen werden weiterhin von rechtlichen Unwägbarkeiten belastet. Offiziell haben vier Eignerfamilien des Verlags ihre Anteile in Höhe von insgesamt 62,5 Prozent zum Verkauf gestellt. Die SWMH wehrt sich gegen den Verkauf und pocht auf ihr Vorkaufsrecht.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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