Freitag, 22. November 2019

Gründer-Kolumne Was bleibt vom Web 2.0?

3. Teil: Web-Wellen 2.0, 3.0 oder 6.2

These 4: Web-1.0-2.0-3.0-Wellen wird es immer geben und diese sind unproblematisch, solange der Gesamtpegel steigt.

Wie viele der neu gegründeten Start-ups sich in zwei Jahren erfolgreich am Markt durchgesetzt haben werden, kann niemand voraussagen. Zudem ist der Erfolg höchst unterschiedlich zu interpretieren. Nicht jedes Unternehmen der Net Economy muss an die Börse und zu einem Multi-Millionen-Business werden. Es gibt durchaus viele E-Gründer, die lediglich ein stabiles Unternehmen aufbauen wollen, welches sie selbst auf Dauer trägt. Einige werden es schaffen, andere aber auch nicht.

Copycat: Auch Myvideo hat sich am amerikanischen Vorbild orientiert
Festzuhalten bleibt aber, dass das Scheitern von Gründungsprojekten ein völlig natürliches Phänomen ist, welches E-Gründern keinesfalls den Mut nehmen sollte, ihre Idee – sofern sie selbst davon überzeugt sind – zu verwirklichen. Hierin unterscheidet sich die Net Economy nicht von anderen jungen Branchen. Für die Gesamtbetrachtung der jungen Szene sind Pendelbewegungen durchaus normal und auch die Web-2.0-Welle wird – vielleicht schneller als man denkt – wieder abebben und Pleiten produzieren. Entscheidend ist aber, dass unabhängig von den Wellenbewegungen die Gesamttendenz, was die Anzahl der Gründungen und der etablierten Unternehmen angeht, nach oben zeigt. Dann ist es völlig unerheblich, ob wir Web-Wellen 2.0, 3.0 oder 6.2 haben werden.

These 5: Die Net Economy birgt weiterhin ernorme Potenziale – sowohl für Copycats als auch für innovative Wegbereiter.

StudiVZ, die erfolgreichste deutsche Webcommunity, ist eine Copycat nach amerikanischem Vorbild. Xing, Frazr oder auch myvideo – vieles scheint sich sehr eng am US-Markt zu orientieren, ohne die abgekupferten Services zunächst durch eigene Features zu erweitern. Aus Gründerperspektive ist das jedoch völlig in Ordnung, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine erfolgreiche US-Idee auch am heimischen Markt erfolgreich sein wird.

Die Herausforderung für die Gründer wird dadurch jedoch nicht geringer, denn wo eine Copycat ist, finden sich nach einiger Zeit meist mehrere. Daneben finden sich aber auch innovative Ideen wie Portale für Handwerks- und Dienstleistungsauktionen, die ihre Wurzeln in Deutschland haben. Die Wege zum Erfolg sind vielfältig. Die Szene muss nur darauf achten, dass alle Wege gleichermaßen im Fokus bleiben.

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