Schmid-Prozess Neue Vorwürfe

Im Strafprozess gegen den früheren Mobilcom-Chef Gerhard Schmid hat die Staatsanwaltschaft die Anklage jetzt um zwei Punkte erweitert. Angeblich soll der ehemalige Milliardär trotz Zahlungsunfähigkeit wiederholt größere Geldbeträge beiseite geschafft haben.

Kiel - Laut Anklage soll Schmid im September und Oktober 2002 von seinen Konten Beträge von 500.000 Euro und 240.000 Euro auf ein Konto in Lichtenstein überwiesen und damit trotz Zahlungsunfähigkeit weitere Bestandteile seines Vermögens beiseite geschafft haben.

Schmid wurde bisher vorgeworfen, dass er eigene Firmenanteile an eine Gesellschaft in Liechtenstein veräußert haben soll, obwohl die Landesbank Sachsen die Anteile pfänden wollte. Schmid hatte bei der Landesbank Schulden von umgerechnet 102 Millionen Euro aus einem Kredit für ein Immobilienprojekt, wie die Staatsanwaltschaft schon früher erklärte.

Auf Grund der Übertragung blieb eine Pfändung dieser Gesellschaftsanteile durch die Bank erfolglos. Die beiden neuen Vorwürfe wurden laut Anklagebehörde am Montag in der Verhandlung eröffnet.

Schmid hatte Mobilcom  1991 gegründet und zu einem erfolgreichen Mobilfunkunternehmen ausgebaut. Er verhob sich aber mit dem Einstieg in das UMTS-Geschäft und wurde im Juni 2002 als Vorstandschef abgesetzt.

Schmidt hatte zuvor einen Streit mit Mobilcom-Mitbesitzer France Telecom über die Geschwindigkeit des UMTS-Aufbaus. Am Ende war er unterlegen und musste als Firmenchef gehen. 2003 meldete er Privatinsolvenz an.

Das Immobilienprojekt in Kiel ist inzwischen fast fertig. Es umfasst Büroräume und Wohnungen und gehört vor allem Schmids vermögender Ehefrau.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap