Aktienverkauf Zumwinkel zeigt Reue

Erst ließ der Erfolg beim Mindestlohn den Börsenkurs der Post in die Höhe schnellen, dann löste Unternehmenschef Klaus Zumwinkel Aktienoptionen in Millionenhöhe ein. Die öffentliche Wirkung war verheerend. In einer Mitarbeiterzeitschrift äußert er sich nun erstmals zu dem Thema und gesteht Fehler ein.

Bonn - Die Tragweite seiner Verkaufsentscheidung habe er nicht bedacht "und das bedauere ich heute sehr", schreibt Post-Chef Klaus Zumwinkel in der Weihnachtsausgabe der Mitarbeiterzeitung "Premium Post". Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und bezieht sich dabei auf eine Druckvorlage.

Zumwinkel äußert sich damit zum ersten Mal persönlich über den Verkauf seines Aktienpakets, der für große Empörung gesorgt hatte. "Ich verstehe die öffentliche Kritik und weiß jetzt, dass der Zeitpunkt inmitten einer intensiven politischen Diskussion falsch war", zitiert die Zeitung weiter aus der Weihnachtsbotschaft des Post-Chefs. Zumwinkel hatte Anfang vergangener Woche Aktienoptionen im Wert von 4,7 Millionen Euro eingelöst - nur einen Tag, nachdem die große Koalition sich auf die Einführung eines Post-Mindestlohns geeinigt hatte und der Kurs der Post-Aktie daraufhin um knapp fünf Prozent gestiegen war.

Laut "FAZ" stimmt Zumwinkel seine Mitarbeiter trotz der Mindestlohnvereinbarung und der von der Politik versprochenen Verlängerung der Mehrwertsteuerbefreiung auf einen weiterhin harten Wettbewerb ein. "Bei den Geschäftskunden wird es richtig ernst", zitiert die "FAZ". Die Post habe im ersten Halbjahr 2007 schon 14 Prozent des Briefmarktes an die Wettbewerber verloren. Das entspreche einer Verdoppelung im Vergleich zu 2005. "Wie auch immer das gekommen ist - Dumpinglöhne lassen grüßen - es ist schon alarmierend", schreibt Zumwinkel der Zeitung zufolge weiter.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap