Siemens Einigung mit Ex-Chefermittler

Siemens hat gute Chancen, bei der Aufklärung der Schmiergeldaffäre einen großen Schritt weiterzukommen. Der Konzern einigte sich im Kündigungsstreit mit Albrecht Schäfer, dem Ex-Chef der Antikorruptionsabteilung, auf einen Vergleich. Nun könnte Schäfer weitere Details der Affäre preisgeben.

Hamburg - Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, einigte sich Siemens  in den vergangenen Tagen mit dem früheren Chef der Antikorruptionsabteilung, Albrecht Schäfer. Wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist, die von Siemens gegen den langjährigen Manager am 3. August dieses Jahres ausgesprochene Kündigung zurückzuziehen.

Auch versichert der Konzern, Vorwürfe, Schäfer habe den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates nicht umfassend und zeitnah genug über anhängige Schmiergeld-Verdachtsfälle informiert, nicht länger aufrecht zu erhalten. Im Gegenzug will auch Schäfer seine Kündigungsschutzklage vor dem Münchner Arbeitsgericht zurückziehen und bei der Bewältigung des aktuellen Korruptionsskandals aktiv mitwirken.

Der nun erzielte Vergleich sorgt nach Schilderung von Siemens-Insidern schon jetzt für erhebliche Unruhe bei Mitgliedern der alten Konzernführung. Sie hatten in der Vergangenheit stets versichert, von dubiosen Zahlungen über fingierte Beraterverträge keine Kenntnis gehabt zu haben.

Schäfer, der als eine der Schlüsselfiguren in der Affäre gilt, hatte stets beteuert, er habe sich bei seiner Tätigkeit streng an die Vorgaben des Vorstands gehalten. Sollte er gegenüber der neuen Siemens-Führung unter dem Österreicher Peter Löscher erstmals ehemalige Vorgesetzte belasten, könnten weitere hochrangige Ex-Siemens-Manager ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

manager-magazin.de mit Material von SPIEGEL ONLINE

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