Chefwechsel Kronprinz wird Cola-König

Erst Ende vergangenen Jahres war Muhtar Kent zum Präsidenten und COO von Coca-Cola ernannt worden. Nun wird Kent neuer Chef des Getränkekonzerns. Den Wechsel begründete Coca-Cola mit der Einführung einer neuen Führungsstruktur.

Atlanta - Der weltgrößte Softdrink-Hersteller Coca-Cola  bekommt einen neuen Chef. Präsident und COO Muhtar Kent werde am 1. Juli kommenden Jahres Neville Isdell ablösen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der 63-jährige Isdell werde bis zur Hauptversammlung im April 2009 Chairman bleiben. Den Wechsel begründete Coca-Cola mit der Einführung einer neuen Führungsstruktur. Bei Coca-Cola müssen die Führungskräfte mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen.

Isdells Nachfolger Kent war erst Ende vergangenen Jahre zum Präsidenten und COO ernannt worden. In dieser Funktion führte der 54-Jährige im Mai den bislang größten Zukauf der Konzerngeschichte durch: die Übernahme des Vitaminwasser-Anbieters Glaceau für mehr als vier Milliarden Dollar. Coca-Cola will das Geschäft abseits der süßen Softdrinks noch stärker ausbauen und zu dem auf diesem Feld führenden Konkurrenten PepsiCo  aufschließen.

Der in der Türkei geborene Kent kam erstmals vor fast dreißig Jahren zu Coca-Cola. Zwischenzeitlich leitete er den großen türkischen Getränkekonzern Efes Beverage Group, der eng mit Coca-Cola zusammenarbeitet. Isdell hatte Kent im Mai 2005 zum Konzern zurückgeholt und ihn im Januar 2006 zum Auslandschef gemacht.

Der designierte Coca-Cola-Chef übernimmt ein gut geführtes Haus. Der Erfrischungsgetränkehersteller hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres den Gewinn kräftig ausgeweitet. Coca-Cola schnitt vor allem in Asien und Lateinamerika sehr gut ab.

Isdell hob anlässlich der Präsentation der Quartalszahlen Mitte Oktober das starke Auslandsgeschäft im dritten Quartal hervor, vor allem in Schwellenländern. In den USA habe es eine leichte Besserung gegenüber den vorangegangenen drei Monaten gegeben. Wie erwartet sei das Geschäft in der EU im Vergleich zum Vorjahr jedoch schwieriger gewesen. Während Coca-Cola in Süd- und Osteuropa stark zulegte, fiel der EU-Absatz um zwei Prozent. In Deutschland ging der Absatz um 9 Prozent zurück, nachdem Coca-Cola im dritten Quartal 2006 wegen der Fußball-WM und des guten Sommerwetters um 15 Prozent zugelegt hatte.

Weltweit erhöhte Coca-Cola den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem entsprechenden Abschnitt des Vorjahres um 19 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro). Der Quartalsgewinn stieg um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Coca-Cola verdiente zwischen Januar und September 4,8 Milliarden Dollar oder 8 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten 2006. Der Gewinn je Aktie legte auf 2,05 (1,87) Dollar je Aktie zu.

Im vergangenen Jahr erzielte der Getränkekonzern mit weltweit mehr als 70.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 24,1 Milliarden Dollar (16,6 Milliarden Euro). Der Gewinn lag bei 5,1 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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