Eon Bernotat ernennt Kronprinz

Wulf Bernotat hat seinen Stellvertreter präsentiert. Johannes Teyssen, erst seit wenigen Monaten COO bei Eon, soll ab März kommenden Jahres das gesamte operative Geschäft organisieren. Eon-Chef Bernotat will sich in Zukunft stärker um die Energiepolitik kümmern.

Düsseldorf - Deutschlands größter Energiekonzern Eon  richtet seine Führung neu aus. Chief Operating Officer (COO) Johannes Teyssen werde infolge der die Expansion noch mehr als bisher für das Tagesgeschäft zuständig sein und solle stellvertretender Vorstandsvorsitzender werden, sagte Eon-Chef Wulf Bernotat am Montagabend in Essen.

"Mir verschafft das mehr Luft", begründete er Teyssens Beförderung. Bernotat will sich noch stärker um die Energiepolitik kümmern. Auf Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle er 2008 den Dialog zwischen der Energiewirtschaft und der Politik forcieren. Er werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, Teyssen zum 1. März Jahres zu seinem Stellvertreter zu berufen, sagte Bernotat. Teyssen werde für die Führung, Steuerung und Koordination des gesamten operativen Geschäfts zuständig sein.

Damit steht der 48-Jährige vor einem weiteren Karrieresprung. Erst im April war er zum COO berufen worden, davor hatte er die Münchener Tochter Eon Energie geführt. Seit 2004 ist der in Hildesheim geborene Manager Mitglied im Konzernvorstand. Bernotat führt seit 2003 die Geschicke von Eon. Seinen Vertrag hatte der Aufsichtsrat im Mai bis 2010 verlängert.

Er selbst könne sich nun noch stärker um die Strategie, die Energiepolitik und die Akzeptanz der Branche in der Gesellschaft kümmern, sagte der Eon-Chef. Beim Dialog mit der Politik gehe es nicht um Gesprächsrunden in der Dimension der Energiegipfel. Diese seien zu groß gewesen, sagte Bernotat. Wer daran teilnehmen soll, stehe noch nicht fest. Zentrale Themen bei den geplanten Treffen im kommenden Jahr sollten der Energiemix, der Bau von Kraftwerken und der Ausbau der Netze sein. Kohlekraftwerke blieben unverzichtbar, betonte Bernotat.

Der 59-Jährige Eon-Chef war nach der Niederlage im Kampf um die spanische Endesa  in die Offensive gegangen und hatte ein 60 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm auf die Beine gestellt. Eon ist inzwischen in den russischen Strommarkt eingestiegen. In den Verhandlungen mit Gazprom  über das Gasfeld Juschno Russkoje hoffe er bald auf eine Einigung, sagte Bernotat. In der Türkei hat der Konzern ein Joint Venture mit dem Energieunternehmen Turcas gegründet.

Auch in Spanien, Italien und Frankreich stehen die Zeichen auf Expansion. Die Handelsaktivitäten und das wachsende Geschäft mit erneuerbarer Energie werden künftig zentral gesteuert.

manager-magazin.demit Material von reuters

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